Sea + AirIm Gespräch mit Daniel & Eleni Benjamin

von Sebastian Witte · 01.11.2012

Sea + Air, das Duo aus Stuttgart, kommt viel rum. Seit einem Jahr ist das Ehepaar mit seinem Album »My Heart‘s Sick Chord« auf Tour. Ein weiteres Konzertjahr folgt jetzt. Eleni und Daniel erzählen im Interview Geschichten von vorgestern, heute und übermorgen. Daniel Benjamin, ihre alte Band, und Whitney Houston kommen auch vor. Auf der Hand liegt natürlich die erste Frage:


Was kam bei euch zuerst: Die Hochzeit oder die gemeinsame Band?
Daniel: Die Hochzeit. Da mussten wir sogar unsere Eltern um Einverständnis bitten, weil wir beide noch sehr jung waren.

Eleni: Wir haben uns ziemlich früh kennen gelernt. Ist eine interessante Story. Die muss Daniel aber erzählen, denn ich war nicht ganz bei Sinnen (lacht).

Daniel: Ich hab die Eleni abends mal beim Schlafwandeln erwischt. Ich hab sie dann nach Hause geführt. Weil ich schon in sie verknallt war, wusste ich auch wo sie wohnt. Am nächsten Tag hab ich sie dann im Bus drauf angesprochen, ob das sein kann, dass sie manchmal nachts draußen rumläuft. Dann kam die Liebe (lacht). Wir haben aber auch schon vor der Hochzeit Musik zusammen gemacht und diverse Bands gehabt.

Wie kam es zu dem Duo Sea + Air?
Eleni: Wir haben zu Daniel Benjamin-Zeiten überwiegend einer ganzen Band gespielt und manchmal als Duo. Dann kam die Anfrage für Whitney Houston den Support zu machen und u.a. da haben wir gemerkt, dass das zu zweit sehr gut funktioniert Leute zu begeistern, die sonst halt andere Musik hören. Da haben wir beschlossen, dass wir das zu zweit fortführen und haben uns den Namen „Sea + Air“ gegeben.

Diese „andere“ Musik die ihr macht, welche ist das?
Daniel: Also wir machen stadiontaugliche Popmusik im Kammermusik-Rahmen. Unser Ziel ist es gute Popmusik zu machen, d.h. etwas zu erschaffen was eigenständig und trotzdem für jedermann zugänglich ist, das nicht für die fünf auserwählten Postrocker ist, sondern das wirklich jeden berührt. Das haben wir dann bei Whitney auch bemerkt, dass das „Hausfrauen-Publikum“ ein bisschen bewegt ist wenn wir zusammen singen (lacht).

Einzigartig ist auf jeden Fall auch euer Cembalo. Wie kam das in die Band?
Daniel: Das stand bei uns im Wohnzimmer und wir haben immer so ein bisschen darauf rum gespielt. Irgendwann haben wir dann gemerkt, dass das das meisten vernachlässigte Instrument in der Popmusik-Geschichte ist. Dabei vereint das so gut Klavier- und Gitarrensounds, ist funky und außergewöhnlich!

Eleni: Außerdem hatten wir einen Hausgeist und der hat gerne öfter nachts auf diesem Cembalo gespielt und wir wollten den weg haben. Also musste das Cembalo raus aus dem Haus und mit auf Tour.

Wolltet ihr den nicht als drittes Bandmitglied dabei haben? Oder vielleicht andere noch lebende Musiker?
Daniel: Es ist ja grade die Hochsaison der Loop-Station Künstler. Da gibt’s Leute, die machen das ganz gut, aber wir finden, das hat mittlerweile einen ziemlichen Bart. Da fanden wir das interessanter zu zweit wie eine ganze Band zu klingen. Ohne Tricks und Laptops. Beim Schlagzeug spielt man ja vier Instrumente gleichzeitig, dann kann man das ja mit anderen Instrumenten auch machen.

Jetzt steht der zweite Teil der Tour an. Wo seid ihr bisher gewesen?
Daniel: Wir haben den ersten Teil, also die erste 250 Konzerte, abgeschlossen und hatten eine kleine Pause. Wir waren auf Tour in Deutschland, Schweden, Norwegen, Kanada, Italien …

Eleni: Sagen wir mal so: Wo waren wir noch nicht? Istanbul wäre z.B. schön. Die Stadt hat glaube ich einen guten Vibe für Kunst und Kultur.

Daniel: Istanbul ist das was Berlin gern wäre bzw. vielleicht vor zehn Jahren mal kurz war.

Bisher habt ihr im Radio oder in Musikmagazinen kaum stattgefunden. War das eine bewusste Entscheidung dort nicht zu erscheinen?
Daniel: Wir haben beschlossen im ersten Jahr mit solchen Leuten nicht zu reden (lacht). Es gab immer Anfragen, aber die haben wir abgelehnt, weil die Platte ja noch nicht offiziell im Laden stand und wir das lieber bündeln wollten, wenn die Platte bei einem Label erscheint.

Eleni: Außerdem haben wir erstmal ein Jahr gebraucht um die Lieder gut spielen zu können. Die haben wir live geprobt und die Leute waren so nett und haben uns in der Zeit unterstützt.

Hättet ihr euch im Nachhinein gewünscht, ihr hättet das Album schon vor einem Jahr über ein Label rausgebracht und so schon in der Zeit größere Aufmerksamkeit bekommen?
Daniel: Im Grunde nicht. Wir glauben an unsere Anhängerschaft, die wir jetzt gewonnen haben. Das sind Leute die von selbst auf uns aufmerksam geworden sind und solche Leute braucht man um mit der Musik zu überleben! Also was darüber hinaus jetzt kommt ist Luxus. Das „Berühmt-Werden“ ist da nicht so wichtig.

Ihr wollt nicht berühmt werden?
Daniel: Jetzt grade will ich es schon. Ich fände es gut, wenn wir so bekannt werden, dass wir überall auf der Welt spielen können und es kommen 50 bis 100 Leute, die uns sehen wollen. Eigentlich reicht es auch wenn man eine feste Fanbase hat, die einem auch mal verzeiht, wenn man mal schlechte Songs schreibt oder schlechte Auftritte spielt. Wie gesagt: Alles darüber hinaus ist Luxus.

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