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Orchestre Miniature in the Park05.08.2009 - 09.08.2009

der Orchesterleiter berichtet...

Es ist mit wenigen Worten nur sehr schwer zu vermitteln was für eine grossartige Zeit wir in Paris und auf der Insel auf der Marne hatten. Dabei fing es wieder mal eher chaotisch an. Krankheit bei Alice, gutbezahlter Job bei Anne, wichtiges kurzfristiges Studioprojekt bei Philip, früh im Jahr gebuchte Festivalauftritte bei Janek. Kurz vor der Reise bröckelte das Orchester der Belanglosigkeit entgegen. Denn auch Yessica, Ralf, Brian, Bernadette, Zarkow, Ufo, Barbara, Fabian und Fran konnten schon nicht mitfahren. Ich begann also um einen neuen Trommler zu kämpfen und befand mich für ne weile gefährlich nahe am Rande des Nervenzusammenbruches, weil ich einfach niemanden finden konnte der gut spielt und Zeit hatte.

Ein paar Tage vor der Tour fiel Alice auf, dass Noel, der neue Mann an der Ukulele auch Schlagzeug spielen kann. Der hatte keine Ahnung, dass ich händeringend seit einer Woche einen suchte und erklärte sich auch sofort bereit zu trommeln. Eine zweischneidige Lösung, denn eigentlich hatte ich viel zu wenige Saiteninstrumente für Paris beieinander. Gerade mal Mawil , Julien und Noel...ich fürchtete das das nicht wirklich tragen kann. Die Glockenspielfraktion barst dafür aus allen Löchern. Anett, Madeleine, Sylvain, Lucia, Suska und Elisabeth standen zum klimpern bereit.

Das war eigentlich super, aber mit so wenigen Gitarren dahinter drohte der Wall of Sound aus dem Gleichgewicht zu fallen. Abgesehen davon das einige der stärksten Sänger von OMP dadurch auch ausfielen. Das war aber längst nicht alles was mir schlaflose Nächte bereitete. Tom der Mann für die Dokumentation der Tour hatte jeden Auftritt den wir vorher in Berlin hatten verpasst. Je näher Paris rückte desto sicher wurde ich mir das er auch Paris kurz vorher absagen könnte. Dabei ist mir das sehr wichtig gewesen, schon im letzten Jahr an der Ostsee ging es uns so, dass der Kameramann am Tag vorher absagte weil er sich um seine Tochter kümmern musste. Das Schema schien sich zu wiederholen und die Zeit war zu knapp um guten Ersatz zu finden. Eine trashige Dokumentation mit Handvideokameras und schlechten Ton wollte ich nicht schon wieder haben. Die Zeit ist einfach zu kostbar die wir zusammen verbringen. Schließlich treffen wir Uns nur einmal im Jahr für längere Zeit. Aber langsam gab es sowieso nicht mehr viel zu dokumentieren, so wie die Orchestermitglieder wieder mal in alle Winde fluktuierten, dachte ich schon manchmal. Denn der Orchesterleiter weiß nur zu genau das zu denen die schon vorher absagen die kommen die krank werden, den Flug verpassen, verschlafen oder plötzlich vor ihrem Schatten erschrecken wenn sie morgens aufstehen. Ist mir auch schon passiert und ist bestimmt kein Vorwurf. Aber so sah es für mich aus, zwei Tage vor der Tour. Ich wollte am liebsten alles absagen, aber selbst dafür fehlte mir nach all den schlechten Nachrichten die Kraft. Ich weiß noch wie ich nach einer weiteren Mail von Philip in meinem Zimmer saß und an die Wand starrte, meine Gedanken drehten sich immer nur im Kreis um vewaiste Schlagzeuge, Flugtickets ohne Rücktrittsversicherung, die leere Orchesterkasse und fehlende Gitarren.

Laureline hätte für 100 Euro in Paris eine wahre Poster und flyerflut auslösen können, denn ein befreundeter Drucker machte Ihr ein genial günstiges Angebot. Ich schrieb Ihr zurück sie soll für 20.- euro schwarz/weiss-flyer machen, wir sind einfach total pleite nach dem dutzend Flugtickets die wir gebucht hatten. Wir hätten ja auch Bus fahren, oder Privatwagen zusammenschnorren können, aber eine 14 stündige Fahrt würde die Tour lange nicht so unbeschwert erscheinen lassen und war am Ende der Rechnung nicht wirklich billiger als zu fliegen...eine Zwickmühle. Ich starrte also an die Wand als plötzlich das Telefon klingelte und Alise mich fragt ob wir schon einen Trommler hätten? Nein, ich habe alles versucht sage ich, aber..."ich habe einen, der will mitkommen. er ist fabian." meint sie, und ich verstehe nur "der ist fabelhaft" und jubel ins Telefon "her mit ihm, gib mir seine Nummer!".

Am Tag darauf probten wir und es ging schon sehr gut, jedenfalls so gut dass ich wusste, mit einer weiteren großen Probe am ersten Tag der Tour wird es schon klappen - und so kam es auch. Lernt Ihr mal 16 Stücke auf die Schnelle, bravo Fabian! Und hundertmal noch Danke für die Rettung! Transportieren würden wir Ihn mit Karens Bus, ein Platz ist schon noch frei. Es kam aber noch besser! Suska mailte mir ob sie nicht lieber gitarre spielen dürfte, denn eigentlich ist Kinderklavier gar nicht so Ihr Ding, Gitarre spielt sie viel lieber und hat sich auch schon eine gelbe Kindergitarre besorgt. Die nächste Mail schon kam von Yessica, der gerade zurück aus dem Urlaub kam und meldete er habe sich einen Flug nach Paris besorgt und kommt am ersten Abend nach. Ich hatte plötzlich meine Gitarrenfront wieder, von einem Moment auf den Anderen setzte sich das Orchester wie ein geglücktes Tetris neu zusammen. Alles schien gut, ich atmete langsamer und gönnte mir ein schönes Schnitzel um wieder zu kräften zu kommen.

Am nächsten Tag schon kam Karen mit Ihrer Schwester Leonie, Fabian und dem Kleinbus um die Instrumente und Zelte einzuladen. Sie fuhren zu dritt voraus nach Paris, mit Zwischenstopp in Trier. Die tapferen girls.


05.08.2009 - Hinflug und Probe

Am darauf folgenden Morgen mussten wir Flugzeugflieger zur unchristlichen Zeit von 4:50 aufstehen und Uns zur S-Bahn schleppen mit Unserem Gepäck und unseren geröteten Äuglein. Auf dem Weg zum Flughafen Tegel kamen immer mehr und stießen zu mir und Anett, die ich schon an der S-Bahn Greifswalder Strasse traf, noch mit ihrer tollen Schlaffrisur, hihi. Wir erfuhren am Schalter das Elisabeths Ticket ohne Nachnamen ausgestellt wurde und somit nicht gültig wäre. Mein Herz rutschte in die Hose, und Mawil war auch noch nicht aufgetaucht, der Schalter würde jeden Augenblick schließen und es stand ausdrücklich in dem Kleingedruckten dass das Ticket verfällt wenn man nicht spätestens ein halbe Stunde vor dem Flug dort eincheckt. Er würde wenn er mit den andern durch ist seinen Chef fragen wegen Elisabeth King, aber im Moment hat er nicht die Befugnis Sie ins Flugzeug zu lassen. Weitere Magenbeschmerzte Minuten vergingen bis er träge und schlechtgelaunt endlich ein Telefon in die Hand nahm und auf französisch (Air France) etwas in den Hörer nuschelte. Ich verstand kein Wort, aber er verzog das Gesicht als ihm was von der anderen Seite zurückgenuschelt wurde, ich ließ alle Hoffnung fahren, alles Blut aus meinem Kopf floss in meine Beine und ich wollte sie gar nicht hören diese Worte die aus Ihm herauskommen würden. Und dann legte er auf und sagte es wäre alles okay, aber er kann nicht garantieren das es beim Rückflug keine Schwierigkeiten geben würde...Wir hatten Elisabeth wieder und Mawil stand auch plötzlich ganz hinten in der Schlange der eincheckenden. Yeah! Auch wenn Alise und Julien ihre Flüge um ein Haar verpassten weil Sie zu spät losgegangen waren und Madeleine ihren Flug nach Orly verpennt hatte, uns konnte nichts mehr aufhalten. Alise und Julien fuhren im Nachtbus hinterher und Madeleine kaufte sich ein neues Ticket und kam nur eine Stunde oder so nach Uns an. Am Flughafen Charles de Gaule fanden wir Lucia die aus Malaga kam und Tom, der schon seine Kamera auf Uns draufhielt und willkommen hieß.
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Wir versammelten Uns in dem wunderschönen Elternhaus von Alise und Laureline in dem kleinen Städtchen Neuilly 30 Minuten vom Centrum entfernt. Auf der Fahrt dorthin im Regionalexpress stieg Sylvain zu Uns ein, der schon ein paar Tage in Paris gewesen war. Immer mehr kamen jetzt dazu. Wir hingen ein wenig im Garten herum, es war unheimlich friedlich plötzlich, überall plapperten die Orchestermitglieder herum, während kleine Kätzchen zwischen Unseren Beinen durchhuschten. Da waren wir, Alise (Melodica), Julien (guitarlele), Friedemann (Flöte), Suska (Gitarre), Fabian (Schlagzeug), Elisabeth (Melodica), Sylvain (Glockenspiel), Laureline (Ei), Yessica (Gitarre), Anett (Kinderklavier), Karen (Bass), Klaus (Gesang), Lucia (Glocken), madeleine (Glockenspiel), Mawil (Gitarre) und Noel (Ukulele). Zählt nach, das ist Rekordverdächtig! 16 Mitglieder und ab Samstag 17.

Es war einfach toll. Allein der Chor war schon so wunderschön und wurde mit jedem Auftritt natürlich noch besser...Gänsehaut egal wohin man schaut sage ich nur.
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Am liebsten hätte ich Unser Basiscamp dort in dem Haus gelassen, so perfekt war es um zu proben und zum wohnen für die kurze Zeit. Aber ich hatte ja keine Ahnung. Wir aßen eine "gemüsesratatouille" wie uns laureline strahlend verkündete und nach einem Bierchen oder Weinchen spielten wir träge die Lieder einmal durch. Ich glaube ich schlief irgendwann einfach da wo ich zuletzt sass auf einem kleinen Sofa ein. Wir verteilen Uns über das Haus und den Garten in dem einige schliefen weil das Wetter so schön war.


06.08.2009 - Strassenkonzert (Rue Cesselin - Carbone-14)

Am nächsten Morgen gingen wir nach einem langen Frühstück zur Insel um Unser Camp aufzubauen in dem wir die weiteren 5 Nächte verbringen würden. Es würde dort ein Angler leben, mit dem man es sich nicht verscherzen dürfe, er hat schon angekündigt das er es nicht so mag wenn die Mädchen nackt baden und in die Büsche pinkeln. Es gibt ein Dixi-klo beim Bootsclub auf dem Festland wo sie hinrudern können wenn Sie müssen. Die Jungs dürften ruhig irgendwo an den Baum machen, das störe ihn nicht...hörte sich erstmal nicht so cool an, außer für die Männer. Auf was hatten wir Uns da nur eingelassen? Der Weg den wir entlanggingen wollte auch nicht aufhören, ewig an einer Strasse entlang liefen wir bis links irgendwann ein kleiner Pfad auftauchte der in einen kleinen Wald führte. Als der Wald endete standen wir an der Marne, ich wusste nicht wie schön dieser Fluss ist. Erstaunt blickten wir auf ein wahres Naturreservat mit dunkelgrün, träge fließenden Wasser mit Badetemperatur, Wildvögeln, Fischen, Flössen, Kanus und tausenden Bäumen. Wir liessen Unsere Füsse im Wasser baumeln und genossen den Anblick. Manche sprangen auch schon ins Wasser um zu schwimmen. Kanufahren haben dann alle ziemlich schnell gelernt, es gibt ein paar Tücken dabei, hihi. Karen ist einmal mit Ihren Klamotten ins Wasser gefallen, aber das kommt eigentlich erst später...

Auf der anderen Seite auf der Insel betraten wir dann endgültig das schönste fleckchen Erde das man sich vorstellen kann. die "Ille de pecheur" wurde künstlich aufgeschüttet vor langer Zeit, sie hilft einen Teil des Wassers in einen Kanal umzuleiten mit dem früher die ansässige Schokoladenfabrik ihren Strom erzeugte. Glück für uns! Bewachsen ist sie als wäre es ein Wald, es gibt nur ein paar kleine Anlegestellen, und überall wächst Grass auf dem man toll Zelte aufstellen kann. Auf der vorderen Seite laufen etwa 50 Hühner und Enten herum und liebten Uns für die Essensreste die wir Ihnen im Laufe der Tage hinwarfen. Der beste ist Elvis, ein Hahn der aussieht als trüge er den weißen Showanzug aus den Las Vegas Jahren. Er hat sogar kunstvoll drapierte Fussfedern, die seine Schritte wie Fächer umspielen. Überall Schmuck und Pomp. Wirklich beeindruckend! Leider mussten wir zu seinem Nachteil erfahren das auch er trotz Showanzug irgendwann auf dem Grill landen wird. Er kriegt auch keine schicken Pillen so wie sein Vorbild und niemand wird an sein Grab pilgern. Armer Elvis.
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Der Fischer war nicht zuhause und wir schlugen vergnügt unsere Zelte auf. So toll hatte es sich wirklich keiner vorgestellt. Alle paar Minuten platschte es irgendwo und irgendwer sprang schon wieder nackig ins Wasser. Wir haben einfach so viele Ossis im Orchester das sich das schon an der Ostsee sofort durchgesetzt hat, da denkt keiner drüber nach. Für die gelegentlichen Angler an den Ufern und Mountainbike-fahrer war das bestimmt ein ungewohnter Anblick so viele nackte Deutsche zu sehen, üblich ist das in Frankreich nämlich nicht haben wir gehört. Na vielleicht kommt das noch.

Um etwa 15 Uhr machten wir Uns Auftrittsbereit und nahmen das Kanu und den Bus um zum Bahnhof zu fahren. Wir kauften Uns Paris Visite 5Tage Tickets und klimperten in die Stadt, ich bin sicher wir fielen schrecklich auf, 19 Leute in zumeist bunten kleidern die nicht aufhören können Lieder anzustimmen und zu lachen. Der Club war noch zu, wir waren zu pünktlich für die Franzosen im August. Im August ist Paris sozusagen leergefegt. Nur ein paar Touristen und Pariser die es noch nicht rausgeschafft haben. Es war schrecklich heiß in den kleinen Gassen in denen wir uns befanden, aber auch wunderschön und stylish. Ich liebe die Häuser in Paris, jedes sieht aus wie aus einem meiner Lieblingsfilme und nun stand ich mit einem 17 köpfigen Orchester mittendrin. Ich war so stolz, dass ich fast geplatzt wäre.

Kein Problem, wir waren sowieso etwas traurig das die Zeit zu knapp war um ein Konzert auf der Strasse zu spielen am Nachmittag, so wie wir es vorgehabt hatten. Also checkten wir den Stadtplan nach dem nahegelegensten Park und machten Uns auf die Socken. Ein Viertel verloren wir an einem Sandwichladen, der Rest stellte fest das es einen Parkwächter gab der gerade ein paar Tippelbrüdern in die Papiertüte guckte auf der Suche nach Schnaps denke ich mal. Von dem war nichts gutes zu erwarten, soviel ist klar. Wir stellten unsere Sachen auf der Wiese ab und Laureline ging zu Ihm um die Lage zu erkunden. Natürlich ginge es nicht, aber wir können in der kleinen Strasse nebenan spielen, dort kümmert sich die normale Polizei drum und vielleicht haben wir Glück und sie kommen nicht schnell genug.
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Wenn es inzwischen auch spät war, immerhin konnten wir ein paar Stücke spielen und wurden langsam warm und hungrig auf mehr als es zeit wurde zum Club zu gehen. Wir hatten in der kleinen Strasse mit dem schönen Namen Rue Cecelin immerhin eine tanzende Hippieoma und eine Handvoll erstaunt wirkender Zufallspassanten, die sogar teilweise blieben bis wir aufhörten, auch aus den Fenstern rundherum schauten ein paar Nachbarn raus ohne die Polizei zu rufen und klatschten am Ende sogar schüchtern. Aber jetzt war es höchste Zeit zum Carbonne 14 in der Rue Emile Lepeu zu gehen. Der Clubbesitzer war nett, aber etwas reserviert, denn es grenzt schon an eine art feindliche Übernahme wenn 19 leute auf einmal ins Lokal kommen und erstmal nach einem kalten Bier lechzen. Er sah seinen Ruin wohl schon vor sich. Wir bauten uns auf sein Geheiß in der Mitte des Lokals auf, das sehr klassisch französisch war, und einen entzückenden Hinterhof zum rauchen und abkühlen hatte. Schon nach den ersten paar Stücken merkten wir das es ganz gut kommt hier, durch alle Altersstufen amüsierten sich die Anwesenden ca. 35 Gäste und von der Strasse her kamen sie langsam auch herein oder blieben vor der Bar stehen und hörten zu. Wir schwitzen wie die wahnsinnigen. Der Chef brachte Uns grinsend eine weitere (nicht vereinbarte) Runde und ich warf irgendwann mein klitschnasses T-shirt an die Decke und tanzte in Unterhose auf die Straße raus, gefolgt von den anderen niedlichen Spinnern. Wir ließen Juliens Hut rumgehen und er kam ganz schön prall gefüllt zurück. Genial spendabel die Pariser und Ihre Freunde! Hätten wir gar nicht erwartet, wo doch die Mieten so schrecklich teuer sind in der Hauptstadt.

Wir tranken noch tapfer weiter und laberten und quatschten und unterhielten Uns mit Wem und Sonst wem. Karen traf den Exfreund der Freundin Ihrer Freundin, der für die "Liberation" schreibt, die größte linke Tageszeitung in Frankreich. Er fand es echt toll und wollte dafür sorgen das unsere Konzerte ab Samstag dort angekündigt werden. Wir könnten auch gerne auf dem Dach der Redaktion spielen, wenn wir einen Rundumblick von Paris gebrauchen können für Unsere Doku. Ich dachte nur, das klingt alles zu gut um wahr zu sein und nickte fleißig zu allem was er sagte. Ein paar Freunde die inzwischen in Berlin wohnen murrten zwar das wir noch bleiben müssen, aber um etwa Mitternacht hatte ich dann alle soweit auszutrinken und zur Metro zu schlürfen. Auch die Heimfahrt war sehr aufgekratzt und gut gelaunt, der Auftritt war ein riesen Spass für alle gewesen und versprach viel für die weiteren. Wir stiegen um in den Regionalzug bei der Station Nation und liefen zu Unserer Insel. Nachts fahren keine Busse mehr und es dauert ne halbe Stunde bis man gelaufen ist. Selbst das war schön. Karen nahm eine Handvoll im Kleinbus mit, die Uns schon erwarteten als Wir im Vollmond auf der Insel eintrudelten. Wir saßen noch lange bei Kerzenlicht auf dem Platz auf der Mitte der Insel mit den großen Tischen und dem blau/weiß gestreiften Stoffregendach welches der Kajakclub dort für Ihre Partys und Barbecues eingerichtet hat und tranken und rauchten ein bisschen und schüttelten reihum die Köpfe weil wir das bisher erlebte nicht glauben konnten. Dann trat Bernard auf. Der Fischer der Insel. Jetzt erfuhren wir das es für Angler und Fischer nur ein Wort im Französischen gibt. Er ist Angler, auf Rente und liebt es seine Ruhe zu haben, weshalb er im Sommer auf der Insel lebt. Er verkündete wir können die Toilette in dem kleinen grünen Häuschen benutzen und die Küche die da auch drin ist. Matratzen gäbe es auch noch und Decken und falls Uns was fehlt sollen wir einfach fragen. Noch bevor wir Uns wundern konnten wie willkommen wir auf einmal waren war er aufgestanden und hatte den Generator angeworfen und den Platz mir echten Glühbirnen beleuchtet. Er saß noch ein halbes Stündchen bei Uns und brachte Uns außerdem jede Menge praktischer Taschenlampen die man mit einer Kurbel aufladen konnte. Er sagte er hätte ja nicht gewusst wer da kommt, weil er Uns ja gar nicht kannte, aber jetzt beruhigt ist, denn wir wären ja anscheinend ganz umgänglich. Er macht sich gerne selber glücklich, wenn er dabei anderen was gutes tun kann, dann findet er das einfach perfekt. Seltsam, dieser nette Typ ist doppelt so alt wie ich und denkt irgendwie das gleiche wie ich. Das war doch eigentlich genau was ich über mein Orchestre Miniature in the Park immer dachte...Ich muss irgendwas finden was mich glücklich macht und die anderen gleich mit. Bernard hat es wohl zuerst gefunden und keiner von Uns beneidet Ihn nicht ein wenig um die kleine Insel die er sich geschaffen hat. Ich war echt fertig und schleppte mich in mein Zelt. Beim einschlafen musste ich immer grinsen wie ein bekloppter und einmal habe ich sogar laut gelacht, weil mir das getanze in der Metrostation wieder einfiel. Aber obwohl ich irgendwie keine Luft in die doofe Isomatte (zum aufblasen) bekam und mir jeder Knochen wehtat als wäre ich ein Rodeoreiter, schlief ich wie ein Baby bis 8:15 durch.

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07.08.2009 - Straßenkonzert (Baroc)

Ich quälte mich neugierig raus in einen weiteren perfekten Tag in Paris. Mann war das friedlich so früh am morgen! Entenpüpse quollen mir durch die Zehen als ich schlaftrunken zum Partyplatz tapste und die dazugehörigen Enten und Hühner schwurbelten bereits gefährlich nahe an den Baguetteresten vom Vortag herum die sich auf den Tischen befanden. "Zut Alors" rief ich und das versammelte Federvieh flatterte gackernd und nochmals pupsend weg. Müde war ich noch, aber mein Po tat weh von der harten Unterlage und ich hatte keine Lust mehr zu liegen. Also machte ich träge ein bisschen Ordnung auf dem Platz und sammelte den Müll ein. Bernard kam vorbei mit einer dicken Zigarre im Mundwinkel und wünschte einen guten Morgen, er bot mir einen Kaffee an. Und ich sah mir die Babys an die seine Katze "Souri" geworfen hatte.

Als Karen aufgestanden war fuhren wir zusammen mit Fabian in den Supermarkt wo wir ne Menge Kleingeld ließen und in französischen Artikeln schwelgten. Wir kauften Grillzeugs und Frühstück und Bier und Wein für den Abend. War ganz gut dass wir immer wieder aus Paris raus kamen in der Nacht, die Bierpreise im Zentrum kann sich kein Orchester der Welt lange leisten, aber ne 5 Literbox Rotwein und zwei 24iger Packungen 0,25L Bier im Supermarkt, das geht immer. Zurückgekommen luden wir die Sachen vom Bus ins Kanu und setzten über.
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In der letzten Nacht hatte es ein bisschen geregnet und es war nicht mehr ganz so heiß wie am Tag zuvor, Gott sei Dank. Wir begannen ein langes Frühstück, dass sich langsam zum Barbecue ausweitete und hingen bis Nachmittags einfach nur rum. Während wir einkaufen waren hatten die meisten ein neues französisches Lied geübt namens "Le Lundi au soleile". Klang toll soweit! Ich versuchte mir den Text draufzuschaffen, aber das war gar nicht so einfach, denn die Worte verknoten mir ständig die Zunge, da muss man echt Übung drin haben. Julien und Ich verkrümelten Uns ins Ruderboot und er sang es mir immer wieder vor, aber ich stellte mich etwas an finde ich.

Als es Zeit wurde nach Paris zu fahren fuhren wir nach Paris. Wir gingen erst in einen Boulevard ganz in der Nähe des Clubs um etwas zu spielen und Flyer zu verteilen. In der Mitte der Strasse war ein breiter Fußweg der von Bäumen gesäumt wurde und einige der Passanten blieben stehen um Uns zuzusehen. Eine farbige tolle crazy funky Pariserin warf Ihre Arme in die Luft und wackelte mit Ihrem Popo, einfach supercool! Leider schafften wir nur das halbe Programm bis wir zum Club mussten. Das wir ganz ohne Verstärkeranlagen spielen hat Uns glaube ich viel Stress erspart, denn Soundcheck gab es eigentlich nie. Wir bauten uns auf und ratterten los. Das Baroc war doppelt so groß wie die erste Bar in der wir spielten und da wir schon ein viertel des Raumes beanspruchten, wurde es auch hier schön voll und ging ab wie du Wutz. Wir spielten die ersten 15 Minuten vor der Tür damit noch mehr Leute auf Uns aufmerksam würden, was auch gut klappte. Vor der Tür haben wir richtig die Sau rausgelassen, inzwischen klappten die Songs wie am Schnürchen und wir lockten tatsächlich noch ne ganze Menge Pariser ins Lokal. Dort war es einfach genial, wie man auch an den vielen Scheinen sehen konnte die man Uns zusteckte. Am Ende gingen wir alle wieder auf die Strasse raus und sangen eine weile lang let the sunshine in. Aus den Häusern ringsum steckten dutzende Leute Ihre Köpfe und Jubelten als wir fertig waren. Sylvain hatte auf dem weg zum Club in einem kleinen Ramschladen ein goldenes Porzellansparschwein entdeckt und wir kauften es, damit es endlich die Welt sieht und reich wird und wir es beklauen können. Wir nannten es liebevoll Schweini, und ich denke es hat Unsere Einnahmen bestimmt gesteigert mit seinem treudoofen Blick und den langen schwarzen Wimpern. Gute Arbeit Sylvain! Auf dem Heimweg sangen wir "island in the sun"während wir aufgereiht wie eine bunte Perlenkette die langen Rolltreppen der Metro runter fuhren. Im Zug war es wie immer, plappern, klimpern, auffallen, warten bis ein Ecke frei wird in der man Schweini in ruhe berauben kann und sich freuen wieviel wir wieder am nächsten Tag verfressen werden würden. Meine Füße taten mir ganz schön weh vom rhythmischen rumstampfen auf den Avenuen von Paris in meinen dünn besohlten Chinesischen Lieblingsturnschuhen und so ließ ich mich von Karen zur Insel chauffieren.

Schöööön... Hmmm, da ich diese Zeilen ein paar Tage nach der Rückkehr schreibe kann es sein das ich ein paar Dinge in der zeitlichen Abfolge verdrehe, denn im Nachhinein kommen mir die 6 Tage in Paris sowieso wie ein einziger Strudel aus Gelächter, Feiern, himmlischer Musik und Wohlfühlen vor, verzeiht also die kleinen Ungenauigkeiten meines Berichtes.


08.08.2009 - Floskonzert (Pica-Pica)

Das Programm war im Grunde ganz schön hart und noch längst nicht vorbei, aber die Nächte und sanften Morgen auf der Insel streichelten Unsere strapazierten Leiber. Ich ließ mir den Rücken eincremen, denn zum ersten Mal in 10 Jahren hatte ich so etwas wie einen Sonnenbrand bekommen. Ja was? Als Comiczeichner und Musiker ist man meist am Schreibtisch oder in Übungsräumen und spielt abends in dunklen Clubs, wo soll man da Sonnenbrand bekommen? Dieser Sonnenbrand machte mich jedenfalls froh, den hatte ich mir gewünscht, auch wenn´s brennt. Man badete an allen Seiten der Insel und erkundete die Natur ringsum. Bei einer morgendlichen Kanufahrt entdeckte ich drei Enten die alle einbeinig auf einem Baumstamm im Wasser standen und Ihre Schnäbel unter ihre Flügel gesteckt hatten. Wie Räuber sahen sie aus, "Geld her fremder" würden sie jeden moment sagen dachte ich als ich bemerkte wie mir Ihre Augen misstrauisch folgten als ich vorbei glitt in dem gelben Kajak. Die sind so saucool diese Enten! Dann sah ich Sie! Yvonne war eine Schönheit und als ich an Ihrem sanft geschwungenen Bauch entlangstreifte durchlief mich ein kleiner Schauer der Vorfreude. Wie schön muss es sein auf Ihrem Rumpf zu sitzen, und eine Zigarette auf Ihr zu rauchen. Ich glaube so ein Boot würde ich gerne mal ne Weile bewohnen. Sie ist sogar zu verkaufen, aber wenn ich Glück habe kauft sie keiner und ich kann sie mal wiedersehen. Bernard hatte Uns inzwischen ganz adoptiert und kümmerte sich darum das jeden Tag ne gute Portion Fleisch auf den Grill kam und wir Trinkwasser aus dem Bootsclub bekamen. Auf der Insel gab es zwar Wasserhähne, aber aus denen kam nur Flusswasser raus und obwohl man in der Marne baden kann, sollte man das Wasser lieber nicht trinken. Seine Gesellschaft war einfach total angenehm und wir störten ihn anscheinend tatsächlich kein bisschen. Sylvain machte einen riesigen Berg Reissalat, wir aßen "Lachs in Alufolie" dazu, hmmm. Wir hatten noch große Pläne für den Tag, meine Vision vom Orchestre Miniature in the Park wie es auf einem Floss spielt und dabei den Fluss runtertreibt galt es umzusetzen. Mich ließ der Gedanke daran nicht mehr los seit dem Moment in dem mir Laureline ein paar Wochen vor dem Trip von dem Floss erzählte. 3 Jungs vom Kajakclub und Leonie schnappten sich je ein Paddel und setzten sich an eine Ecke um Uns zu manövrieren. Tom wollte im Kajak sitzen und Uns mit der grossen Kamera filmen. Beim aufbauen erklärte mir Julien (der vom Bootsclub) das das Schwimmelement auf der einen Seite nicht mehr so gut ist wie das Andere und das wir das floss nicht einseitig belasten dürfen, damit es nicht umkippt. Denn das passiert schnell bei so vielen Leuten, aber er hofft das es klappt, so ganz sicher ist er sich nicht. Als ich mich umdrehte entdeckte ich das alle in einer Reihe auf der schwachen Seite standen und das Floss tatsächlich schon bedenklich schief im Wasser lag. Ich sah schon die ganzen Instrumente und Verstärker (Bass und Gesang) im Fluss verschwinden, und meckerte ein bisschen Sheriff Chefbossmäßig rum. Dabei wollten Sie mir nur mehr Platz zum rumhopsen machen. Wir sind dann doch nicht untergegangen, aber die Aufnahmen sind bestimmt toll geworden. Wir trieben den Fluss runter und spielten Island in the sun ein paar mal durch. Ein Traum wie sich die Musik über den Fluss ausbreitete, ich hoffe die Fische wussten es zu schätzen. Für mich war das ein besonders großartiger Moment. Tom der Kameramann hatte Uns von Anfang an gesagt wir sollen Ihn einfach ignorieren wenn er filmt, deshalb habe ich Ihn wohl bisher noch kaum erwähnt. Was ein superfleißiger und besessener Dokumentarist! Er riss sich für gute Bilder und Einstellungen den Allerwertesten auf und mindestens 100 mal sah ich ihn im Laufe der Tage an Uns vorbeisprinnten um uns noch mal auf sich zukommen zu sehen. Dazu hat er noch zwei richtig gute Kameras und ein Mordsstativ rumgeschleppt und eine Tasche mit Akkus und dem ganzen Kleinkram. 18 Tapes hat er insgesamt aufgenommen aus denen wir eine Dokumentation der Tour machen werden. Arte soll die zeigen wenn´s nach mir geht.

Ziele sollte man nicht zu niedrig ansetzen, auch wenn sonst Bescheidenheit Gebot ist beim Orchestre Miniature in the Park.

Tom hat auch zwischendrin immer mal wieder jemanden in einem ruhigen Moment rausgezogen um sich irgendwo an einem hübschen Plätzchen was erzählen lassen. Bin gespannt was das alles wird, ich weiß ja nur was ich gesagt habe im Garten von Laureline Eltern, aber da erinnere ich mich nicht mehr so genau dran...
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Immer wenn ich mich zum Orchester umdrehte freute sich alles in mir wie bekloppt, anders kann ich es nicht sagen. Ich liebe die alle, das muss es sein. Karen bekommt den großen Stylepokal für ihren genialen gelben Tanzbody mit einem Tiger drauf, muss man sehen! Madeleine hatte immer irgendwelche kleinen lila Rüschen oder Fransen an und Elisabeth in Ihrem Kleidchen war auch einfach total süss und überhaupt sahen alle klasse aus, was wohl einfach daran lag das wir dauernd glücklich waren.

Wir waren alle ein bisschen durch nach drei Tagen rocken und wollten Uns kein Strassenkonzert mehr geben, dafür hatten wir ja die Flosaktion in den Kasten gebracht und man muss es auch nicht übertreiben fanden wir. Also fuhren wir nicht ganz so früh in die Stadt wie sonst, kamen aber bequem und rechtzeitig zum Pica-Pica in die Rue de Nemours. Auch hier war es noch gemütlich mit nur einer Handvoll Leuten. Ich fragte die Chefin ob wir nicht etwas später anfangen sollen als angekündigt und sie nickte nur als ich neuf heure sagte. Eine Stunde zeit was zu essen zu finden, denn die Batterien waren alle leer wie sich auch bei den anderen bestätigte. wie es in so einer großen gruppe manchmal so ist...der eine will dies, der andere das und alle glücklich zu machen auf einmal geht sehr schwer. Ich setzte mich nach einigen hi- und her mit Alise, Julien und Noel in einer Tapas disco ab, die Noel kannte von einem Auftritt mit Sorry Gilberto. Es war einfach nur eine grosse graue halle mit großer Theke und vielleicht 8 Tischen und 24 Stühlen. Als wir Uns setzten drehte der Dj langsam ab. Er spielte quer durch alle Genres und Jahrzehnte nur albernes Zeug bis wir bei "Mr Postman" alle aufsprangen und ein bisschen tanzten. Die Tapasplatten waren das beste was ich seit langer Zeit zu mir zu nehmen das Glück hatte und ich konnte es nicht mehr abwarten loszuspielen. Der Laden war inzwischen voll, was nicht viel heißt, denn es war der kleinste von allen die wir bespielten. Dafür war auf der Strasse viel Platz und die Fenster und Türen standen alle offen und ließen jede Menge Musik heraus. Tom schuftete wieder unter Extremstbedingungen eingeklemmt in irgendeiner Ecke hinter seinem Stativ und wir ignorierten ihn. Die Auftritte wurden immer extatischer, das Orchester drehte jeden Tag mehr ab und das Programm kam uns jedes Mal kürzer vor. Dazu kamen einige Besucher zu mehreren Konzerten und wurden wie wir jeden Tag noch aufgeputschter von der Musik und der Stimmung. Der Mann von der Liberation war auch wieder gekommen und verkündigte das er es geschafft hätte Uns in die Zeitung zu kriegen als Konzerttipp! Hey, das war also doch ernst zu nehmen! Den Ausschnitt hat er Uns auch gleich gezeigt und übergeben, aber der ist irgendwann aus der Kinderklaviertasche gefallen in den ich ihn gesteckt hatte. Dies wird jetzt eine Kurzversion der Heimfahrt. Wir fuhren heim. Wir feierten wieder auf dem Platz weiter und diesmal war ich tatsächlich einmal der allerletzte der sich schlafen legte.
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09.08.2009 - Centre Pompidou, Dach der Liberation und Party auf der Insel

Am nächsten Tag hatten wir den Termin am Centre Pompidou beantragt und auch eine Genehmigung bekommen. Als wir dort ankamen spielte ein Clown auf dem Platz und wir beschlossen zu warten bis seine Show beendet ist, denn wir hätten es auch nicht gerne wenn er rumbrüllt während wir spielen. Nach ein paar Minuten kamen drei Bulldoggige-Anzug und Schlipsträger zu Uns die Uns hektisch und äußerst rüde nach unserer Genehmigung fragten. Jetzt war aber Laureline plötzlich verschwunden, und wir riefen rum bis wir Sie endlich in der Menge sahen. Die Gesichtsausdrücke der Security war wegen Unserer verneintlichen Ausrede nur noch gereizt und schnaubte vor unterdrückter Wut. Endlich kam Laureline heran und fummelte die Genehmigung heraus. Sie grabschten danach und studierten sie wie ein dreiköpfiger hinrichtingsapperat. Einer zog sein Handy raus und nuschelte was in seinen Hörer. Als die Antwort kam wechselte er zu einem äußerst symphatischen Lächeln und wünschte Uns viel Vergnügen bei Unserem Auftritt.

Schluck, manchmal frage ich mich was sie gemacht hätten wenn wir keine gehabt hätten... uns auf Spieße gespießt und gegrillt nehme ich an. Danken wir der Bürokratie an dieser Stelle einmal und nie wieder. Was nettes. Estelle die eine Bekannte von Mawil ist machte Aufnahmen mit Ihrer Videokamera und Interviews mit Mawil, Sylvain und mir für Ihre Webseite "Dasein". Wir wirken alle drei wie verliebte Jungs wie wir Ihre Fragen beantworten, es bestand aber auch anlass dazu- Estelle ist ne Wiedergeburt von Audrey Hepburn, kann man nicht anders sagen.
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Dann hörte der Clown auf und wir schmissen die Show unseres Lebens! Wir waren besser als je zuvor finde ich, Elisabeth bekam sich gar nicht mehr ein. We have to play again bettelte sie nach dem zweiten kurzen Set und sah aus als hätte sie gerade im Lotto gewonnen und dazu einen Orgasmus bekommen. So fühlte ich mich auch, aber wir wollten noch bevor es dunkel wurde der Einladung des Liberationschreibers annehmen und ein Lied auf dem Dach der Redaktion spielen. Hektisch packten wir ein und stiefelten zur Metro. Ein paar Stationen nur und schon waren wir da. Wir warteten bis wir reingeholt wurden, denn eigentlich durfte keiner davon erfahren. Es war geheim und wir durften auch keine Freunde mitnehmen damit das ganze nicht noch eher auffliegt. Im Fahrstuhl ging es in den 6 Stock oder so, jedenfalls nicht sehr hoch, und ich fragte mich schon was das für ein Rundumblick werden soll bei der niedrigen Höhe. Aber ich vergaß das Paris nicht gerade hoch bebaut ist, das Panorama war einfach nur der Hammer. Und wie ruhig es war, fast kein Geräusch drang zu Uns hoch, man blickte über die ganze gewaltige schöne Stadt. Hinten sah man den Hügel von Mont Matre und etwas weiter links den Eifelturm, fast wie in einem Film von Francois Truffaut. Wir entspannten Uns und guckten ein wenig bis Tom seine Kameras und den Ton bereit hatte. Wir entschieden Uns für Seasons in the sun, weiß gar nicht wieso, aber eine gute Entscheidung.

Die Akustik war super da oben, wahrscheinlich durch die Steinerne Brüstung die die ganzen Töne wie in einem Raum zusammenhält. Da hatte ich wieder mal Gänsehaut! Wir machten drei Takes wie schon auf dem Floss und die Sonne brach hinter Uns durch die Wolken als würde der Herrgott persönlich einen Akkord spielen. Irgendwie war es so friedlich da oben, wir taten Uns schwer wieder abzuhauen und machten noch Fotos für die Liberation. Am Ende verbargen sich ein Paar von Uns zu den Buchstaben OMP. Karen und ich lagen wahnsinnig unbequem zu zweit die Krümmung im P nachstellend. Das ging nur über ein extremes Hohlkreuz und verschachtelten Beinen. Sie würden eine Kollage daraus machen meinten sie, und diesmal glaubte ich Ihnen auch sofort. Danke Liberation! Welch überaus exklusive Momente du Uns beschert hast vergessen Wir Euch nie.
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Das war es auch schon fast, blieb nur noch die Party auf der Insel zu der unsere Freunde des Kajakclubs gebeten hatten. Was da auf Uns zukam traf Uns wohl alle ziemlich unvorbereitet, aber aufs vortrefflichste. Es fing schon damit an das mindestens 5 Autos am Bahnhof bereit standen und wir in Windeseile darin verteilt wurden um nur so zur Insel zu fliegen. Das Boot stand auch bereit und innerhalb 10 Minuten standen wir auf dem selben Platz auf dem wir immer gegessen und gefeiert hatten, aber diesmal mit etwa 40 Franzosen, die Uns sofort Getränke und Würstchen in die Hand drückten, uns willkommen hießen und sichtlich gut gelaunt waren. Wir stärkten Uns ungläubig und machten uns noch mal locker, denn körperlich war zumindest ich euer unwürdiger Erzähler inzwischen im Stadium eines Bergwerkarbeiters im Zwangslager angelangt. Aua aua aua. Blasen an den Zehen, offenes Knie und Rücken, Muskelkater in jedem Muskel, sogar in denen die ich nie benutze und ein bisschen heiser war ich langsam auch schon geworden. Ich vergas ganz das wir noch spielen wollten und trank gemütlich zwei Bier, die Beine unter den Tisch gestreckt und glücklich wie jener bereits erwähnter Bergarbeiter nach Schichtschluss. Irgendwann sagte jemand: "meinst du nicht wir sollten langsam mal auftreten?" und ich zuckte hoch und sagte :"ja!".

Wir begannen also zu spielen und die Franzosen drehten von beginn an völlig durch. Sie tanzten erst wild durcheinander, dann machten Sie Gruppentänze, alle Arm-in-Arm einen Halbkreis um Uns herum bildend. Es wurde immer lauter und alberner und Bernard stand auch einmal mitten im Orchester und spielte mit einem Shaker mit Uns mit. Auch Leonie, die als Karens Schwester eigentlich nur Zaungast der Tour war und meistens still vor sich hin fotografierte stand plötzlich bei Uns und sang und schüttelte irgendwas, die Grenzen zwischen Publikum und Orchester verwischten langsam immer mehr. Ich wünschte Ihr wärt alle dabei gewesen, ich wünschte wirklich Ihr wärt alle dabei gewesen! Der Abend endete wie es kommen musste. Bis sehr spät tanzten wir zu AC/DC, betranken uns so gut wir konnten und freuten Uns über alles und jeden. Wir fanden sogar zwei wahre Hühnen denen unsere letzten Erwachsenen t-shirts passten die wir übrig hatten. xxl. Die Dinger sind so riesig wie Zelte, aber wir waren ja von Ruderern umgeben, und an denen sahen sie plötzlich ganz normal aus. Ich weiß nicht ob es an dem ausgelassenen hemmungslosen letzten Konzert lag, aber am nächsten Morgen bekam ich keinen Ton mehr raus, was mir eigentlich noch nie vorgekommen ist. Aber wenigstens hatten wir alles geschafft was wir Uns vorgenommen hatten und noch mehr. Wir ruhten Uns einen Tag lang auf der Insel aus, es war zeit sich zu verabschieden. Bernard sagte wir dürfen immer wieder kommen, wir brauchen nicht fragen, wir wissen ja wo die Tür ist. Er hatte beim Abschiedsfoto eine kleine Träne im Knopfloch bilde ich mir ein, ich hatte eine. Aber auch wenn viele so Sachen sagten wie: "es ist so schade das es vorbei ist, ich will nicht wieder alleine sein zuhause, war mir gar nicht weh ums Herz. Ich glühte immer noch wie eine rote Kohle und feierte innerlich was wir alles erlebt haben. Wir fuhren auf unterschiedlich weise nach hause, manche auch erst am nächsten Tag, aber eins hatten wir glaube ich alle gemeinsam. Wir sind dort nie angekommen :-)


Text: klaus; Fotos: Mawil und Klaus

 
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