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Iain Macarthur (Swindon/UK)
April 2010
Im zarten Alter von acht Jahren fertigte Iain Macarthur seine ersten Zeichnungen an - damals noch inspiriert von Comics und Fantasy. Sein Stil entwickelte sich mit der Zeit sehr ins Abstrakte und Surreale: Bizarre Kompositionen von explodierenden Gesichtern, psychedelisch anmutende und abstrakte Illustrationen finden sich in seinem Skizzenbuch und Blog wieder.
Für ROTE RAUPE hat der talentierte Künstler aus Swindon (UK) ein wundervolles Shirt gestaltet, welches hier in einer limiterten Auflage von 50 Stück erhältlich ist.
www.iainmacarthur.carbonmade.com
www.iainmacarthur.blogspot.com
www.behance.net/iainmac
Interview mit Iain Macarthur
Deine Illustrationen und Zeichnungen sind sehr surreal, mystisch und teilweise auch unheimlich. Was fasziniert dich an diesem Stil und wie kam es dazu?
Seit ich klein bin, faszinieren mich verschachtelte, komplizierte Muster. Ich liebe all diese kleinen Details bei Zeichnungen, die auf engem Raum zusammen gequetscht werden. Es ist wie bei der Anatomie des menschlichen Körpers, bei dem man alle Muskeln und Organe auf einem engem Raum zusammen quetscht.
Das Surrealistische in meinen Zeichnungen habe ich durch Zeichentrickserien und Comics aufgeschnappt, vor allem durch meine Lieblingsserie "Ren And Stimpy". Ich liebe es diese Sendung zu sehen, denn in jeder Folge gibt es diese Nahaufnahmen von Augen oder Mündern, die alles sehr detailliert zeigen, auch wenn es manchmal ekelerregend ist. Die Liebe zum Detail in dieser Sendung wird sehr schnell deutlich und ich mag diese widerliche Art von Humor. Ich glaube, ich bin etwas seltsam, was das angeht.
Wodurch lässt du dich inspirieren?
Es gibt viele Dinge, die mich inspirieren. Jedes Mal, wenn ich etwas zeichnen möchte, fange ich einfach an mich umzuschauen und versuche ein lebloses Objekt zu finden, das als Ausgangspunkt für meine Zeichnung dienen könnte. Dann beginne ich eine alberne Figur daraus zu erschaffen. Wenn ich surrealistische Portraits mache, schaue ich mir verschiedene Arten von Mustern an, die ich verwenden könnte. Das können Textilmuster oder Muster auf Möbeln sein, die meine Eltern vor Jahren aus Hong Kong mitgebracht haben. Ich liebe die orientalischen Muster darauf und sie inspirieren mich bei meiner Arbeit.
Hast du (bevor du anfängst) schon ein fertiges Bild im Kopf oder entsteht auch vieles während der Arbeit? Kannst du kurz beschreiben, wie deine Illustrationen enstehen?
Wenn ich einen Auftrag für ein T-Shirt Design oder ein anderes Design bekomme, dann fange ich als allererstes an im Internet nach Bildern zu recherchieren, die als Vergleichsbasis dienen sollen. Habe ich dann gefunden, wonach ich gesucht habe, dann fange ich mit ein paar Skizzen an, damit ich ungefähr weiß, wie es aussehen soll. Dabei arbeite ich die Struktur oder die Lage des Designs genauer heraus und schaue, ob etwas hervorstechen soll oder welche Teile farbig gestaltet werden müssen. Ist das geschafft und ich bin mit einem meiner Entwürfe zufrieden, dann vollende ich meine Idee, indem ich anfange mit Tinte oder einem Stift zu arbeiten, was recht lange dauert, weil ich wegen der vielen Details Stifte mit einer sehr dünnen Miene verwende. Manchmal fange ich aber auch einfach an zu improvisieren, wenn ich zum Beispiel die Form gestalte und ich habe vorher keinen genauen Plan.
Arbeitest du nur analog (Stift, Pinsel) oder bearbeitest du deine Illustrationen auch noch digital (Photoshop, etc...) ?
Ich bevorzuge das traditionelle Zeichnen, indem ich nur Dinge wie Füller, Bleistifte und Papier benutze. Also die gute altmodische Arbeitsweise. Dennoch verwende ich zunehmend technische Hilfsmittel für meine Arbeit. Ich scanne meine Entwürfe zum Beispiel ein und bearbeite sie mit Photoshop. Zuerst habe ich es gehasst mit Photoshop zu arbeiten, aber nun habe ich mich daran gewöhnt. Wenn ich damit arbeite, dann nur, um die Tiefenschärfe und den Kontrast des Bildes zu bearbeiten. Momentan versuche ich mich jedoch auch an der Farbgebung, damit ich mal aus meinen schwarz-weiß Umfeld heraus komme.
Welche Musik läuft, während du an deinen Werken arbeitest?
Prinzipiell höre ich mir fast alles an, was in meinen Ohren gut klingt. Alles, was einen guten Beat hat. Zur Zeit höre ich Sachen wie Daft Punk, Justice oder die Doves, sie alle motivieren mich beim Zeichnen. Wenn ich während meiner Arbeit keine Musik höre, gebe ich sehr wahrscheinlich nach der Hälfte der Illustration auf.
Apropos Musik: Vinyl, CD oder MP3? Und wieso?
Ich finde MP3's besser, weil ich keinen Plattenspieler habe und CD's viel Geld kosten. Ich höre meistens über Spotify Musik, das ist meine Vorgehensweise. Mein Vater hat einen Plattenspieler, aber hat nicht viel vernünftiges Zeug, er hat viele alte Sachen aus den 70ern.
Welche (unbekannten) Künstler/Illustratoren kannst du unseren Lesern empfehlen?
Ich kann ganz bestimmt die Arbeiten von Matt Taylor empfehlen und die von meinem Lieblingskünstler Bruno 9li. Er hat viele tolle Sachen gemacht und integriert eine Menge lebhafter Muster und Formen aus der Natur in seine Arbeit.
Was ist in der Zukunft geplant? Ausstellungen? Neue Projekte?
Im Moment habe ich ein paar Aufträge für die nächsten paar Monate, aber es gibt auch einen Plan für eine Ausstellung später dieses Jahr, die ich machen will. Ich arbeite gerade an einem surrealistischen Portrait und ein paar Figuren. Ausserdem wage ich mich an die Acryl-Malerei, die ich schon immer mal ausprobieren wollte, aber nie genügend Zeit dafür hatte. Hoffentlich werdet ihr Sachen wie diese dann auch von mir sehen.
Interview vom April 2010


