alexander binder

ausstellung: Maleficium

Der Begriff "Maleficium" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "übles Werk". In der juristischen Sprache des Mittelalters wurde „Maleficium“ als Gattungsbegriff für eine Magie oder eine Zauberei verwendet, die Menschen Schaden zufügt oder gar den Tod bringen kann. Fast das gesamte Mittelalter hindurch war das „Maleficium“ die einzige Form der Magie, die unter Strafe stand. So verfügte beispielsweise König Aethelstan von England (925-940), dass ein mit Hilfe eines „Maleficium“ durchgeführter Mord durch Hinrichtung zu bestrafen sei.

Die Übersetzung "Schadenszauber" findet in diesem Zusammenhang ebenfalls häufig Erwähnung und ist auf die „schwarze Magie“, die sich im weitesten Sinne auch unter dem Begriff „Maleficium“ vereinen lässt, zurückzuführen.

In dem innerhalb der Geschichte der Hexenverfolgung bedeutenden Werk "Formicarius" des Dominikaners Johannes Nider (1435/1437), welches sich ausgiebig mit Hexerei und (schwarzer) Magie beschäftigt, wird diese Begrifflichkeit ebenfalls behandelt.

Der Fotograf Alexander Binder hat diese dunkle Energie eingefangen in seinen Portraits dämonischer Kreaturen, die nun in der hier ausgestellten Fotoserie zu sehen sind. Eine ganze Reihe von visuellen Einflüssen, u. a. in den Bildwelten mittelalterlicher Holzschnitte und Kupferstiche, dem Horror-Genre der frühen 80er sowie der Ästhetik der Metal Subkultur finden sich dabei wieder.

Die uns vorliegenden Arbeiten sind über einen Zeitraum von knapp 8 Monaten an unterschiedlichen Orten im Schwarzwald entstanden.

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ausstellung: „XX“ – Stasi Hauptquartier Normannenstrasse Berlin

Alexander Binder nennt sich selbst “autodidaktischer Fotograf.“ Seine ersten Inspirationen bekam er aus Physikbüchern. Im Laufe der Jahre erarbeitete er sich seinen eigenen Stil mit D-SLR-Kameras und selbstgemachten Blenden, Acryl- und Kaleidoskop-Linsen. In den meisten seiner Arbeiten sind zwei Extreme erkennbar: heile Welt und Schreckensvision. Seine aktuelle Arbeit “XX” beschäftigt sich mit der Stimmung innerhalb des Stasihauptquartiers in Berlin. “XX” ist der Code, der die Hauptabteilung der Stasi in Berlin meint (HA XX). Die Hauptaufgabe dieser bestand in der Sicherung des Staatsapparates der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) sowie seiner Organe und somit in der Kontrolle wichtiger Bereiche des täglichen Lebens (von der Kultur bis zur Bildung).

Die hier ausgestellten Bilder hat Alexander Binder mit einer selbstgebauten “Zone-Platte” Kamera gemacht, die das diffuse Licht durch die Vorhänge der “Amtsstuben” einfängt und die bedrückende Stimmung hinter den Wänden der Normannenstrasse, aufgrund ihrer Unschärfe, treffend abbildet. Der Schrecken einer oftmals willkürlichen, bürokratischen Machtausübung wird förmlich spürbar. Somit erinnert Binder an eine der repressivsten und intelligentesten Geheimdienste der Welt, sowie an ein vor 19 Jahren zu Ende gegangenes System.

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alexander binder

Geboren im Schwarzwald, zeitweise in Pforzheim und Hamburg ansässig, lebt und arbeitet Alexander Binder gegenwärtig in Stuttgart.

Seine Arbeiten wurden in diversen Magazinen veröffentlicht (zuletzt in der Vice Photo Issue) und unter anderem in Chicago, Rennes, New York und Nottingham ausgestellt.

Kurator: thomas günther


weitere infos zu Alexander Binder:

 
 
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