Die Tatsache, dass sich das isländische Teenager Quartett um die gerade einmal 16 jährigen Zwillingsschwestern Jofridur und Asthildur mit ihrer kuriosen Namensgebung auf eine „zweiköpfige“ Freakshow Monstrosität des frühen 20. Jahrhunderts bezieht, zeigt schon, dass es sich bei Pascal Pinon nicht um einen Haufen typischer Teeniemädels handelt. Sind doch die einzigen Kuriositäten, die vielen Teenagern heute im Allgemeinen geläufig sind, wohl eher die Kandidaten omnipräsenter Casting Shows ala Popstars und Co. Man mag die Namenswahl vielmehr als kluge Metapher dahingehend verstehen, dass hier zwei kreative Köpfe in Gestalt der Zwillinge die treibende Kraft hinter diesem charmanten Bandprojekt sind.
Musikalisch verstehen es die Mädels den Zuhörer mit ihren herrlich schüchternen, beinahe zerbrechlichen Kleinoden völlig für sich zu vereinnahmen. Hierbei fällt die kompositorische Limitiertheit der Songs, die selten über das 3 Akkord Schema hinausgehen, kaum mehr ins Gewicht, wenn sie teils in englischer, teils in ihrer Landessprache natur-lyrisch geprägte (New) Folk Perlen scheinbar mühelos aus dem Ärmel schütteln. In bester D.I.Y. Manier kommt jedes Instrument zum Einsatz, welches das Jugendzimmer so beherbergt, von der Blockflöte bis zur Triangel. Eine grazile Gratwanderung zwischen märchenhafter Entrücktheit und intimer Dringlichkeit. Wenn es noch eines Belegs für gelungene musikalische Früherziehung bedurfte, wird er hier vorgebracht.
Muss man dringend im Auge behalten.


















