SmoothThe Parade
VÖ: 27.08.2010 // Do You Like

Musik von Franzosen, die englischsprachige Popmusik machen, kommt eigentlich schon a priori der Status eines wagemutigen Experimentes zu. Es ist schließlich mehr als bloßes Cliché, dass man es im Nachbarland sehr schätzt, bei seiner eigenen Sprache bleiben zu können bzw., dass, wenn ein Wechsel zur noch größeren Weltsprache nicht mehr zu vermeiden ist, zumindest der frankophone Charmé beibehalten bleibt, welcher das Sprecherlebnis nachhaltig versüßt. Dankbarerweise aber lässt einen „The Parade“ solche Stereotypen praktisch sofort vergessen.
Die verantwortlichen drei Herren aus Nantes haben vielmehr ihre ursprünglichen Einflüsse raffiniert in ein Netz aus einer beneidenswert großen Anzahl verschiedenartiger Melodien verwoben. Der Blick zurück, den das Albumcover mit einem Foto nicht mehr genutzter Eisenbahngleise suggeriert, lässt einen nicht nur an den Titel des 2002 erschienenen Debüts denken („An Electro Soul Experience“), sondern ihm auch zustimmen, denn irgendeine Erfahrung muss das Trio mit den beiden Richtungen gemacht haben. Die Grundgerüste der 14 Stücke sind Beats, die gewissermaßen geschmeidig gemacht wurden. Eine Vielzahl ungewöhnlich interessanter Stimmen lehnen sich an sie an, Piano-Akkorde bauen eingängige Melodien dazu und Streicher verdecken sie bisweilen. Nicht aber das ist erstaunlich, sondern viel mehr die Perfektion der Produktion und ihr Abwechslungsreichtum während der 55 Minuten. Vielleicht reißt einen Smooth' „The Parade“ nicht gerade mit sich mit seiner fast durchgängigen Radiokompatibilität, langweilen allerdings wird man sich mit ihm auf ziemlich lange Zeit auch nicht.
Eine besondere Hörempfehlung sei die „Music“-Ode (auch auf Smooth' Myspace-Seite anhörbar) mit der bezaubernden Stimme von Amélie.
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