Lis Er StilleThe Collibro
VÖ: 06.09.2010 // Brutal but sentimental records

VÖ: 06.09.2010 // Brutal but sentimental records
das imperium rüstet zur alles entscheidenden letzten schlacht! gleich werden lichtschwerter blitzen, laserstrahlen in den nachthimmel aufsteigen und so das universum in düsteres blutrotes licht tauchen. gleich vorweg: um wessen letzte schlacht es sich hierbei allerdings handelt, blieb dem autor leider bis zuletzt ungewiss.
nach einem unvoreingenommenen druck auf die play-taste wird man von schwebenden choräle empfangen, die dem unbedarften hörer, unterlegt mit marternden synthies und stoischen drums, eine von der attitüde gar manowar nicht unähnliche, aber dennoch nicht wirklich klassifizierbare bladerunner ästhetik entgegenschmettern.
etwas überrascht wartet man was da noch kommen mag, und siehe da: von manowar zu post-rock? aber dann treten abermals apokalyptische 80er synthies aus dem nichts hervor. nur wo ist rick deckard wenn man ihn mal wirklich braucht?
nach drei jahren pause kommen lis er stille zurück, und es stellt sich die frage, ob lange pausen nicht zuviel zeit zum komponieren & tüfteln lassen. die herren, die den handwerklichen aspekt des musikmachens durchaus beherrschen, und laut bandinfo allerlei unterschiedliche musikalische sozialisationen durchlebten (man liest unter anderem von funk, metal und klassischer musik), scheitern hier vor allem daran zuviel zu wollen. die songs eiern durch verschiedene stile und sind sich nie ganz sicher wo sie eigentlich hingehören. was bei einer kreativen gruppierung durchaus den reiz ausmachen kann, schlittert hier zu nah an puren plagiarismus. die queen (“send in the scouts”), nick cave (“behold the remnant parts of me” und “the real children”) und muse (eigentlich fast alles andere) zitate sind teilweise so nah am original, dass man den ursprünglichen song mitpfeifen kann.
um den vorbildern auf augenhöhe begegnen zu können fehlt dann allerdings die musikalische einzigartigkeit. vielleicht sollten sich lis er stille beim nächsten album weniger zeit nehmen, und vor allem nebenbei weniger fremde musik hören. der imperator hat sich jedenfalls nicht blicken lassen. keine platte die bleiben wird.
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