Leif VollebekkInland
VÖ: 10.09.2010 // Nevado Records

VÖ: 10.09.2010 // Nevado Records
Schon im Namen Leif Vollebekk riecht es, zumindest hierzulande, nach Sehnsucht und nach Ferne. Trifft auch ganz gut, wo der Herr denn herkommt – aus Kanada, aber auch aus Island, wo er mal studiert hat; “I want to sound like Hank Williams meets Sigur Rós”. Was dabei herauskommt ist ein Folk Country Blues mit einer Stimme, die manchmal Erinnerungen an Paolo Nutini weckt und emotional geladen durch Vollebekks Musik führt.
Tatsächlich ist es vor allem die Stimme, die einen so sehr einnimmt auf diesem Debut. Teilweise brechend, wie eine Stimme, die sich vorher zu sehr ausgetobt hat und jetzt nur noch hauchen kann, teilweise fordernd wie eine Sophie Hunger, teilweise sich im Falsett und im Vibrato verlierend, teilweise ausbrechend laut, aber immer emotional und immer in die Weite blickend. Aber auch die Gitarre ist ganz ganz stark; und trotz sehr sparsamer Instrumentation gelingt es Vollebekk, anhand einiger Streicher großen Kitsch aufzubauen oder es eben sein zu lassen mit der Fülle und eher die Stille zum Knistern zu bringen. Überhaupt ist es gerade dieses Sparsame, das Vollebekks Musik intim macht, obwohl sonst alles mehr in isländisch ruhiger Art weitläufig ausgelegt ist. Fragil, aber monumental.
“Inland” fängt unglaublich einnehmend an, mit Charme und schönen Bildern und vor allem mit diesen bluesigen Momenten, die überraschend auftreten und sich direkt ins Herz bohren. Besonders ‘You couldn’t lie to me in Paris’ hat dieses wunderbare französische Etwas (und er singt sogar auf französisch) und diese Art Vollebekks, die Wörter auszukosten und mit kleinsten Mitteln emotional aufzubrausen. Vollebekk, der Chansonnier. Leider hält der Rest des Albums nicht ganz das, was es am Anfang verspricht und bietet zwar immer noch teilweise wunderbar poppige Folkmusik und Geschichten, die vom Land und der Freiheit und der Mobilität erzählen, aber eben auch weniger von der Besonderheit von Stimme und Musik. Beim Abschlusstrack ‘Ladyland’ schafft Vollebekk aber noch eine schön bebilderte Geschichte voll melancholischer Gitarren – und somit endet “Inland” mit dem Versprechen von großartiger Liedkunst, die vielleicht noch nicht ganz ausgeschöpft worden ist.
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