Mikrokosmos23Memorandum
VÖ: 03.09.2010 // Unterm Durchschnitt

„Alles ist eine Kopie, eine Kopie, eine Kopie...“ – mit diesem wahrheitsgetreuen Zitat beginnt nicht nur das zweite Album von Mikrokosmos 23, sondern auch die Geschichte der Band an sich. Diese Geschichte, die man schon tausend mal gelesen, gehört und selbst erlebt hat. Langeweile, Pubertät, Jugendzentren. Die erste Gitarre, die erste Punk Platte, der erste Proberaum. Die erste EP aufgenommen irgendwo im Kinderzimmer. Die ersten Konzerte. Das erste Mal in das klapprige Auto steigen, die Gitarrenkoffer auf den Beinen und in die andere Stadt. Wieder Jugendzentrum. Die meisten dieser Geschichten enden dann irgendwann an diesem Punkt. Die von Mikrokosmos23 wird hier erst richtig spannend.
Mikrokomos23 feiern neben den Bandgeburtstagen auch ihre eigenen Geburtstage und merken, dass das alles gar nicht so schlimm ist: dieses Erwachsenwerden, das Weiterentwickeln. Einfach ist das sicherlich auch nicht – aber wer sagt, dass alte Ventile rosten? Und so wird weiter Musik gemacht. Ein wenig düsterer und persönlicher, auch erwachsener – nur eben ohne die negative Konnotation. Nach der ersten Tour und dem ersten Langspieler entsteht nun wieder die Notwendigkeit die persönliche Entwicklung zu offenbaren. Und älter sind Mikrokosmos23 geworden: Die Songs sind ausgereifter, die Thematiken komplexer und der Sound in sich geschlossener. Man wagt sich an drückendere Gitarrenwände aber nicht ohne die Punkrockauthenzität aufzuzeigen, welche die Band über die Jahre zum Glück nicht verloren hat. Die Texte sind noch genau so persönlich wie auf dem Erstling der Band doch zeugen Sie von einer größeren Reflektion der In- und Umwelt. Und das kann man hören: Wenn Peter Löwe „Erfurt, ich hasse dich“ schreit, dann steckt da mehr als ein verbal erhobener Mittelfinger dahinter.
Mikrokosmos23 machen sicher keine Musik für diejenigen die mit ihrer Resignation zu Hause die Zeit verbringen. Na klar, so einfach ist das alles nicht. Aber dieses Weiterentwickeln gehört halt dazu und das ist auch gut so!
Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.