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 Rose Elinor Dougall - Without Why
 
 

Rose Elinor DougallWithout Why

 

Es gibt Momente auf „Without Why“, und so wenige sind das nicht, da wirkt Rose Elinor Dougall wie eine stark gealterte Frau, die des Liebens müde geworden ist, im Halbtraum ihre früheren Liebschaften an sich vorbeiziehen sieht und versucht, ein Gefühl zurückzuholen.

Alles Schöne wird sofort gefesselt und stillgelegt von dieser Stimme, die mal den Pipettes angehörte, und die jetzt auch allein so furchtbar viel Schmerz mitschwingen lässt, dass selbst eine Hand zu neuen Ufer wie auf „Come Away With Me“ plötzlich Tinte auf der Innenfläche trägt, und immer faltiger wird. Auf einmal scheint es, als sei diese Hand nur ein Abschiedsbrief, und der wird mit der nächsten Boe fortgerissen.

Sei's drum, vielleicht soll ja genau das ausgedrückt werden: Dass ohne den ganzen Schmerz alle Zuneigung nur halb so intensiv aufleben könnte. Halbtrunkene Gitarren und häufig auch ein dominantes Cembalo leiern verworrene Melodien aus den Boxen, die manchmal ein bisschen an Jahrmartktmelancholie (nachdem man genau ein Mal zu oft Achterbahn gefahren ist und nicht mehr mit den anderen zum Zuckerwatteessen gehen kann), manchmal an beschwingtes Vor-sich-hin-Dämmern erinnern. Frei nach den Sternen: Mit der Depression auf die Tanzfläche.

Doch vor allem in ihren Texten erkennt man eine gereifte Sängerin, die viel Würde in ihren Gesang legen kann und ruhig und kühl große und kleine Herzkatastrophen aus sich herausschleudert. Das hat Stil (mag man es auch „retro“ schimpfen) und versetzt einen in tiefe innere Abwesenheit.

„It was the best time I've ever fallen over,
The only bruises and scratches
I've had that didn't hurt,
And I don't really know
How it happened,
But oh, let's stumble, around together.“


Wäre Rose Elinor in jenen Momenten diese alte Frau, dann würde sie sich auf diesem Album jetzt mit einem Lächeln die Falten glatt ziehen.

timm
 

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