The Coralbutterfly house
VÖ: 30.07.2010 // cooperative music

die mode tut es schon immer. historiker sowieso und auch die musik ist keineswegs eine ausnahme. seit jeher übt die vergangenheit eine nicht eindeutig definierbare faszination aus, die soweit geht, dass sich fast überall und ständig bezugspunkte festmachen lassen, die an vergangene zeiten erinnern. gutes, lieb gewonnenes oder hoch geschätztes kehrt im laufe der geschichte in regelmäßigen abständen wieder, wird erneut zum leben erweckt und nicht selten mit gezielten, frischen i-tüpfelchen aus der gegenwart kombiniert.
the coral können von all dem ein lied singen. im fall ihres neuen albums "butterfly house" gegebenfalls auch gleich ein dutzend, denn das sechste werk ihrer bandgeschichte besinnt sich, musikhistorisch betrachtet, ebenfalls auf ein jahrzehnt, das schon weit zurück liegt. der band sound orientierte sich auch schon bei den vorherigen alben an den bedeutenden 60ern und wird mit "butterfly house" auf zielsichere weise ausgebaut. in einem homogenen umfeld verströmen die songs darauf als kollektiv behaglichkeit und offenbaren zugleich eine ausgeglichenheit, die bei jeder umdrehung deutlich spürbar ist.
der zentrale dreh-und angelpunkt wird dabei den stets unbefangenen und harmoniesüchtigen gitarren zugesprochen, die das einmal geweckte behagen meist mühelos auf den gesang überspringen lassen. ein ausnahmslos glattes klanggerüst entsteht dabei aber nicht in jedem fall, denn the coral wissen, wann sie die oftmals sonnigen klänge mit ecken und kanten versehen müssen, um das gleichgewicht etwas zu stören und dem bild mit den gedeckten farben ein paar schimmernde akzente hinzuzufügen. so gesellen sich hier und da flimmernde gitarren-akkorde, leicht psychedelisch anmutende tongebilde sowie anschwillende chöre zum restlichen klangvorrat.
besonders im letzten song "north parade" wird der hörer zeuge einer gelungenen verschmelzung all jener elemente, die schließlich mit einem sanften piano-gruß endet. der vertraute charakter der songs hängt natürlich damit zusammen, dass the coral sich an vielen stellen aus dem musik geschichtsbuch bedienen, was angesichts der stimmigkeit und dem niveau der songs jedoch nur zu einem geringen teil ins gewicht fällt. auch mit album nummer sechs hat die band erneut ein durchaus rundes werk vorgelegt.
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