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Unknown Connection Failure - Arms To Work Legs To Run
 
 

Unknown Connection FailureArms To Work Legs To Run

www.myspace.com/ukconnectionfailure

VÖ: k/a //

Demo/Eigenproduktion

 

Die Hamburger Formation UNKNOWN CONNECTION FAILURE macht das, was derzeit arg en vogue ist: rein instrumentale Rockmusik, für die sich in Ablehnung zu Kraut, Prog, Psych et al. in den letzten Jahren der Begriff „Postrock“ eingeschliffen hat. Dass unter jenem Begriff anfangs, irgendwann in den 1990er Jahren, so unterschiedliche Bands wie SLINT, TORTOISE, GODSPEEED YOU BLACK EMPERROR und MOGWAI subsumiert worden, Bands, die mit der Verwendung von Soundtexturen und der Schichtung von Klang mittels gängigen (oder geringfügig erweitertem) Instrumentarium, aber außerhalb seiner üblichen Form die Standardisierung des Formats Rock aufzubrechen versuchten, scheint heute längst vergessen. Postrock ist längst selbst zum Standard geworden: ein immer und immer wieder reproduziertes, mehr oder weniger aufregendes Spiel mit Crescendo und Diminuendo.

Die vorliegende CD-R beinhaltet einzig das 27minütige Stück „Arms To Work Legs To Run“. Dieses mäandert nach dem üblichen und extrem vorhersehbaren Leise-Laut-Schema, relativ spannungsarm vor sich hin: minutenlang wird ein musikalisches Thema in Wiederholung gesteigert, bis zu einem Punkt an dem es dann kurz krachen soll. Dieser wirkungstechnische Kniff geht bei einer Konzeptions-Imitation aber komplett daneben, da er es dem Hörer leicht macht das Vorhaben zu antizipieren und ihm damit seine beabsichtigte Wirkung nimmt. Stattdessen plätschert das Ganze halt „laut“ weiter vor sich hin, wird irgendwann wieder leiser (zumeist ähnlich wirkungslos-abrupt wie beim Krach-Knackpunkt; wahlweise aber auch als klassisches Decrescendo zu bekommen), nur um dann den Zyklus erneut zu beginnen. Handwerklich ist das Alles durchaus gut gemacht, aber es wirkt einfach so extrem uninspiriert (und uninspirierend). Die Musik bietet so gar keine Reibefläche und bleibt deswegen erschreckend harmlos. Es scheint, als wollen UNKNOWN CONNECTION FAILURE einfach nur „schön“ und „niedlich“ klingen - was ihnen auch vorzüglich gelingt! Aber wer kann es ihnen auch schon verdenken, in Zeiten, in denen nicht nur in musikalischen Kontexten nicht mit eventuellem Tiefgang, sondern mit Schnörkellosigkeit der Oberfläche überzeugt werden muss.

Die Hamburger haben es sich im Kielwasser der großen Genre-Kähne gemütlich gemacht und – dieses Zugeständnis muss ich hier einfach machen – fahren darin auch gar nicht mal so schlecht. Mich irritiert es aber einfach, dass eine Band wie UNKNOWN CONNECTION FAILURE, die mit ihrem vorliegendem Erstlingswerk respektable handwerkliche Fertigkeiten demonstriert und auch ein gewisses musikalisches Potential beweist, sich mit derart charakterlosem Abklatsch zufrieden gibt. Da würde ich mir wünschen, dass nicht Form und Umsetzung der Musik von vermeintlichen Vorbildern als Blaupause dient, sondern eher deren „Mut zum Selbst“ als Inspiration zur Schaffung von etwas eigenem genutzt wird. Ich weiß eben ganz genau, dass ich einfach keinen zehntausendsten GY!BE-Klon brauche, weil ich die sowieso viel besseren Originale im Plattenregal stehen habe.

kon
 

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