Ein Titel wie „Beauty“ ist gewagt, denn zum einen ist Schönheit stets Geschmackssache und zum anderen findet sie sich dort erst recht nicht, wo sie lautstark angepriesen wird. Kraków Loves Adana allerdings erfüllen die hohen Erwartungen, die der Titel ihres Debüts weckt, scheinbar mühelos. Vor allem, weil sie sich niemals anbiedern und nie mit der Tür ins Haus fallen. Im Gegenteil - das Duo aus Hamburg lässt es schön gemächlich angehen. Der Gesang im Opener „Geistermanier“ setzt erst dann ein, wenn man als Hörer schon längst nicht mehr damit rechnet und auch ansonsten zeichnen sich die Songs auf „Beauty“ durch ihren unaufgeregten, aufs Wesentliche reduzierten Minimalismus aus.
Viel passiert eigentlich gar nicht in den elf Stücken des Albums, das von einem Piano-Instrumental in zwei Hälften geteilt wird - Deniz Cicek singt eindringliche Zeilen wie „You need to hear my breath to know that I´m around“ („A 60´s Troubadour“) und Robert Heitmann spielt dazu Gitarre. Trotzdem erschaffen die beiden mit diesen einfachen Mitteln faszinierende und eindrucksvolle Klanglandschaften, die von dem, was normalerweise in die Schublade „Gitarrenmusik“ einsortiert wird, meilenweit entfernt sind.
Obwohl „Beauty“ konstant ein sehr hohes Niveau hält, erhöht die Platte gegen Ende mit dem erstaunlich lauten „Wolves“ und dem grandiosen „Porcelain“ noch einmal die Schlagzahl. Zu diesem Zeitpunkt ist man von der Schönheit von Kraków Loves Adana allerdings schon längst überzeugt.
Kommentare
wow! ganz, ganz tolle platte!
lohnt sich sehr!
(und auch sehr schöne review, nebenbei!)
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Kraków Loves Adana sind im September 2010 auf Tour:
Gast // 16.08.201001.09. Hamburg, Uebel & Gefährlich (Dachgarten)
02.09. Berlin, Bang Bang Club
05.09. Münster, Sputnik Cafe
06.09. Köln, Studio 672
07.09. Frankfurt, Brotfabrik