Mystery Jetsserotonin
VÖ: 02.07.2010 // Rough Trade Records

VÖ: 02.07.2010 // Rough Trade Records
vor ein paar jahren turnten die mystery jets noch samt papa im anhang über die bühne. nun agiert dieser zwar nur noch im hintergrund und nicht mehr beim live geschehen mit, aber viel wichtiger ist, dass die band sich in diesem moment mit einem neuen album zurückmeldet. es ist das dritte an der zahl und wurde auf den namen "serotonin" getauft. musikalisch gesehen, ist der charakter der insgesamt elf songs tief in der vergangenheit verankert. kaum ein element erinnert an die jugendlichkeit, die die band zumindest laut dem papier ausstrahlt. viel eher bewegen sich die mystery jets in einem raum, dem noch ein wohldosierter hauch vergangener jahrzehnte anhaftet.
das grundgerüst des albums bedient sich an formelementen und melodien, die mit den einschlägigen merkmalen von den 60s bis hin zu den 80s aufwarten. so dürfen auf dem album weder harmonische hintergrundchöre sowie schwülstige synthies, hall-effekte oder verzerrte gitarren fehlen. insgesamt dabei herausgekommen, ist eine platte, die ihrem wesen nach eine teils ambivalente richtung einschlägt. produzieren die mystery jets in einem moment sommerlich sehnsuchtsvoll klingende stücke wie den opener "alice springs" oder das durch pfeifgesang aufgelockerte und recht beschwingte "flash a hungry smile", genauso schnell wendet sich das blatt auch wieder und die band präsentiert ihre ideen im einem soundgewand, das für ihre verhältnisse viel zu kitschig und schmalzig daher kommt.
die zunächst angenehme leichtigkeit der songs spitzt sich im verlauf des albums zu und wird zum teil von einem ausufernden synthesizer-einsatz oder schläfrig anmutenden balladen begleitet. auch der wenig schmeichelhafte flüstergesang im titelsong "serotonin" hinterlässt einen eher fragwürdigen beigeschmack. dabei kann die band auch ganz anders, wie sie uns bei stücken wie "lady grey" oder "show me the light" zeigt, die wesentlich unbekümmerter und frischer wirken und dem allgemeinen stimmungsbild den nötigen wind verpassen. ein wenig mehr davon hätte dem album insgesamt gut getan.
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