Jamie LidellCompass
VÖ: 14.05.2010 // Warp Records

Ein tapferer Brite auf der Suche nach den Wurzeln des Soul und Funk. Für eine so gewagte Expedition ist die Zuhilfenahme eines Kompasses sicherlich ein notwendiges Instrumentarium, um sich nicht in den Weiten des Klangdschungels zu verlieren. In diesem Fall scheint die Orientierungshilfe allerdings in ein so starkes Magnetfeld geraten zu sein, dass die Nadel wild in alle Richtungen ausschlägt.
Fernab ausgetretener Neo- Soul Konsenspfade und jeglicher Geradlinigkeit macht sich Jamie Lidell zusammen mit einem namhaften Begleitkorps aus gestandenen Musikern wie Beck, Pat Sansone (Wilco), Feist oder James Gadson (Quincy Jones Drummer) auf zu neuen unbekannten Orten. Jeder dieser begnadeten Einzelkünstler packt seinen Teil in den prall gefüllten Ideenrucksack und herausgekommen ist ein buntes Potpourri an musikalischen Einflüssen So führt die spannende Reise von der Motown Hommage „Enough’s enough“ über das funkige „I wanna be your Telephone“ bis hin zum Soul Klassiker „She needs me“
Man weiß nie welche Überraschung sich im Dickicht verbirgt, mal überraschen verzerrte Bläser oder Beatbox Intermezzi (The Ring), dann wird man wieder von wild galoppierenden Drums gehetzt.
Nach all der funkig treibenden Schweißarbeit sei Mr. Lidell auch ruhig mal die wohl verdiente Ruhepause wie im Titeltrack oder dem Closer „You see my light“ gegönnt. Unterm Strich bleibt nur zu sagen, dass es offensichtlich keines funktionierenden Kompasses bedurfte, um dieses unglaublich vielseitige und dennoch in sich schlüssige Glanzstück vorzulegen.
Crazy, Sexy, Cool.
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