robynbody talk pt. 1
VÖ: 18.06.2010 // ministry of sound

VÖ: 18.06.2010 // ministry of sound
konzeptalben haben eine lange tradition in der musikgeschichte, und so einige haben sich damit in die nesseln gesetzt. für robyn soll "body talk pt. 1" der auftakt zu einer album-trilogie sein, vor allem um sich von den fesseln der normalen arbeitsweise zu lösen und freier und kreativer sein zu können als in einem eng gesteckten tour-release-tour korsett.
auf "body talk pt. 1" regiert der beat der 90er. anleihen an die zeit von dr. alban und wie sie alle heißen, sind kein zufall sondern gewollt. was sich als trend schon länger in der elektro- und indie-szene anbahnt, wurde hier von aufgenommen und weiterverarbeitet. So finden hier rave und drückender eurodance samt all seinen auswüchsen ihren platz robyn hat ihr gespür für süßliche pop-melodien natürlich nicht verloren, was ihrer dance-ballade "dancing on my own" zu einer gute chart-platzierung verhelfen könnte. und so wird man wahrscheinlich auch einem song - oder sollte man eher track sagen? - wie "when you get older" nicht aus dem weg gehen können. robyn is on the way to the club.
die sprechgesang-passagen von robyn wirken manchmal sehr deplatziert und konstruiert, denn organisch. generell fühlt sich das album sehr steril und austauschbar an. nur robyns stimme sorgt noch für etwas wärme im beat-konstrukt. da tut ein kleiner ausreißer wie "dancehall queen" ganz gut, der, wie der name schon sagt, weniger auf four-to-the-floor setzt und dadurch mehr spass versprüht.
mit 8 songs und knapp 30 minuten spielzeit muss man sich auch fragen, ob dieses trilogie-konzept rein künstlerischer natur ist. so riecht es doch leicht nach abzocke, wenn man für dieses album den vollen preis zahlen sollte. und wenn in der presse-info steht, dass das zweite album schon so gut wie fertig ist, hat man den eindruck jeweils nur drei halbe alben präsentiert zu bekommen. da bleibt ein komischer geschmack haften.
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