ratatatLP4
VÖ: 04.06.2010 // XL Recordings

VÖ: 04.06.2010 // XL Recordings
wenn's eh stört, warum dann nicht gleich weglassen? eben. bevor ratatat anfangen sich zwielichtige stimmbänder für ihre songs zu organisieren oder gar selbst den schritt zum mikro wagen, haben sie beschlossen den gesang einfach zugunsten der songs unter den tisch fallen zu lassen. so ganz ohne sprachliche unterstützung kommt ihr neuestes werk "LP4" dann zwar doch nicht aus, aber samples solch illustrer persönlichkeiten wie linda manz oder zitate aus filmen wie werner herzogs "stroszek" waren noch drin bevor die klappe endgültig fiel. ganz ehrlich, selten hat man den gesangspart weniger vermisst als es hier der fall ist. ratatat umschiffen gekonnt das mikrofon, füllen die entstandene lücke mit allerhand quirligen ideen und nehmen mit fokussierter miene kurs auf mehr als nur eine sich aufbäumende welle. anfangs noch konzentriert und zurückhaltend, im laufe des albums dann immer freimütiger und ausgelassener. die pop-fahne flattert dabei samt der melodien ungeniert im wind, aber wird durch haufenweise elektronische gegenwinde immer wieder aufgemischt.
der opener "bilar" wirkt dabei fast schüchtern und findet erst nach einem monoton summenden intro seine kompositorische mitte, bleibt dem lounge-charakter aber treu. ganz anders da der nachfolger "drugs", welcher durch sein komplexes erscheinungsbild inklusive streichern, piano, synthesizern und in die länge gezogenen gitarrenakkorden von sich reden macht. für unterhaltung auf anderer ebene sorgt "we can't be stopped", dessen mäßiges tempo, leichte piano-parts und butterweichen gitarren ganz und gar nicht dem gerecht werden, was der titel verspricht. selbst im zeitlupentempo dürfte eine angestrebte verfolgungsjagd erfolgreich enden. noch einen tick entspannter und vor allem schläfrig glucksend präsentieren ratatat auf "mahalo" ihre vertonung haiwaiianischer traumsequenzen, die in knapp zwei minuten den uhrzeiger anzuhalten scheint. "party with children", hingegen, kurbelt den uhrzeiger locker und mit einprägsamen gitarren-melodien wieder an. noch eine spur experimentierfreudiger verhält sich das gegen ende fast übersprudelnde "grape juice city", das neben percussion-einlagen auch noch vogelgezwitscher beinhaltet. trotz der anfänglichen skepsis muss man ratatat zugestehen, dass sie ihre stimmlose kunst nur mithilfe von instrumenten zielsicher auf den punkt bringen und geschickt durch eine vielzahl bunter einfälle aufpolieren.
Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.