matulablinker
VÖ: 07.05.2010 // zeitstrafe records

VÖ: 07.05.2010 // zeitstrafe records
'matula' steht auf der platte, darunter 'blinker' - ziemlich ungewöhnlicher bandname, ziemlich ausgefallener albumtitel. das cover zeigt eine ausgeblichene poolszene, ein schatten ragt ins bild. anhand dieser indizien kann man kaum anders, als deutsche kunstmusik zu erwarten, kryptische texte und symbole, aus dem alltäglichen leben getretene harmonien und arrangements.
überrascht ist man dann schon nach einigen sekunden des openers. hier gibt’s direktheit statt vertracktheit, rhythmus (und teilweise sprachformen) des punk geben den ton an, dazu schrammeln gitarren vor sich hin und frontmann thorbens organ hält sich an deklamatorischen sprechgesang, wodurch man sich ziemlich an indie und us-emo der 90er jahre erinnert fühlt. die texte sind nicht zu direkt (man rutscht ja im deutschen schnell in peinlichkeiten hinein), aber auch nicht zu abstrakt um sich damit identifizieren zu können. leider geht es aber weniger um exemplarische beispiele oder gar das schildern von figuren und geschichten, sondern um alltägliche beobachtungen, die gerade wegen ihrer alltäglichkeit nicht besonders ins auge stechen. man blickt zurück auf schiefgelaufene dates in hamburg-hammerbrook oder schwierige telefonate in anderen kaputten städten. nichts allzu neues also.
der promozettel meint, matula erfänden das rad nicht neu, rollten aber konsequent auf ihr selbstbestimmtes ziel zu - allen anscheins nach ein ziemlich ernüchternder und langweiliger weg. jeder song beginnt gleich, immer mit direktem einsatz aller bandinstrumente, nur ein einziges mal gibt es ein kurzes gitarrenintro und ein andermal ein paar sekunden fieldrecordings einer rollenden bierflasche. auch der gesang wird nicht variiert, bewegt sich fast immer zwischen nur zwei tönen auf und ab. vielleicht ist das punk und im punk so gewollt, aber heutzutage gewinnt man damit sicher keinen kreativitätswettbewerb. so wie sie angefangen haben enden auch alle stücke und preschen zwischendrin auch gleichförmig voran. betonungen einzelner instrumentenparts würden da sicherlich einiges an spannung mitbringen, es muss nicht die ganze spielzeit der platte über jedes bandmitglied an seinem instrument herumfuhrwerken. so entsteht nämlich ein einheitsbrei, in dem kein song und keine phrase heraussticht und man sich zwar inhaltlich ein wenig verstanden fühlt, mehr aber nicht.
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