The DrumsThe Drums
VÖ: 04.06.2010 // Moshi Moshi

die spatzen der (inter)nationalen musikpresse pfiffen es bereits von den dächern, als the drums anfang diesen jahres ihre summertime! ep veröffentlichen, die band selbst pfeift nun mit ihrem ersten album gleichsam mit und verkündet, dass auch auf voller distanz einer albumlänge schwer mit ihnen zu rechnen ist, wenn es darum geht, der guten alten popmusik neues leben einzuhauchen. trotz der markant bestehend gebliebenen treue zu den musikalischen 50ern, klingen the drums auf ihrem debüt ganz und gar nicht verstaubt, sondern verbinden ihre affinität zu vergangenen jahrzehnten lieber mit einem händchen für moderne, leicht ins ohr gehende melodien, die sie spielerisch über den albuminhalt verstreuen. im gegensatz zur vorherigen ep dürfen diese dann aber auch gerne mal einen tick melancholischer ausfallen, ohne gleich dramatisch zu werden.
überhaupt versteht es die band ziemlich sicher die balance zu wahren, wenn es darum geht, emotional oftmals niederdrückende inhalte zu transportieren und dennoch nicht musikalisch in ähnlich beklemmende regionen vorzustoßen. wer sich der textlichen ebene beim hören entzieht, der mag the drums als leichte, unaufdringliche oder sogar beschwingende kost wahrnehmen. wer jedoch sowohl der musik als auch den texten seine ungeteilte aufmerksamkeit schenkt, der wird schnell erkennen, dass the drums beim genauen hinhhören eine zweite ebene für sich beanspruchen, die weitaus differenzierter und gefühlsmäßig tiefsinniger ist als vielleicht zunächst angenommen. die oftmals textliche schwermut, die aus der thematisierung von unglücklichen, zwischenmenschlichen beziehungen herrührt, wird anstatt von einer ebenso traurigen musikalischen untermalung von leichtfüßigen und erheiternden momente begleitet. auch wenn der inhalt der songs eher zum abgrund blickt, verspricht die musik hingegen einen hoffnungsschimmer.
selbst, wenn der dunkle schatten wie in "book of stories" mal überwiegt und jonathan pierce diesen mit zeilen wie "i thought my life would get easier, instead it's getting harder, instead it's getting darker..." besingt, verspricht die intonation doch besserung und spendet trost. die vier herren aus new york vermögen es auch die tragischsten momente in kürzester zeit in knackige pop-hymnen zu verpacken und salonfähig zu machen. das eröffnungsstück "best friend", das den tod des besten freundes behandelt, wirkt durch seinen eingängigen refrain sogar wie die zelebrierung einer wunderbaren freundschaft. gänzlich freudig geht es dagegen im bekannten "let's go surfing" zu, das samt pfeifkonzert und sommerlicher schwingung das gehör schnell auf die gleiche wellenlänge, wie die der band treibt.
einen ton schmachtender gestaltet sich dafür die single "forever & ever, amen" oder "down by the water", welche beide wie die perfekte vertonung eines gebrochen herzens kingen und keinen hehl daraus machen das augenscheinliche leid ins licht zu rücken. zwar mögen die songs ihrem naturell nach einer gewissen linie folgen, dennoch ist es genau dieser charakterzug, den the drums zu ihrem vorteil nutzen, da sie ihn so gut beherrschen. mag es ein klug gespielter schachzug oder einfach nur die ausgeschütteten herzen der band sein, das merkmal kohäsiven songwritings steht sowohl der platte als auch dem allgemeinen popzirkus gut.
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Astrid am 01.08.2010
Ich liebe The Drums. Die Texte sind soo genial und voller Ironie! Bei den Songs spack ich einfach nurnoch ab ;D