Who KnewBits And Pieces Of A Major Spectacle
VÖ: 21.05.2010 // devilduck records / 101berlin

Ein Diagramm, das seine Zeitachse mit der Anzahl der dem durchschnittlichen Musiknerd bekannten isländischen Bands kombiniert, hätte ganz sicher die Form einer wenig überraschenden, steil nach oben verlaufenden Kurve. Eine Erklärung für dieses Phänomen der übermäßigen Musikerdichte im kleinen Land bietet der Gitarrist von Who Knew, eben einer dieser Bands, verzeichnet in der Kurve oben rechts: Seine Band gründete sich 2005 in einer unbeheizten Garage, sodass sie mit ständig abstürzender Technik proben mussten, „aber so ist das in Island: Aller Anfang ist schwer, aber genau dadurch werden die Bands auch viel besser.“ Auch wenn dieser Ausspruch als Argument für die Stärke der Musiker im Allgemeinen natürlich recht eigentümlich bleiben muss: Kälte ist ein wichtiger Punkt auf „Bits and pieces of a major spectacle.“ Im Falsett hebt sich da der jugendlich-ungestüme meist nach ganzem Chor klingende Gesang Ármann Ármannssons durch die klaren hohen E-Gitarrenschichten und Synthesizernebel. Die überwältigende in jedem Stück freigesetzte Energie ist dann der garantiert glückliche Versuch sich warmzuhalten, eigentlich sogar ein durchgeschwitzter Feuereifer. Auf Tanzflächen oder sonst wo, das Sextett, junge ungedulig-quirlige Wolf Parade, stürmt in seinen elf Stücken zwischen Hochgefühl und Ekstase. Auf die Dauer tut es das zwar etwas einseitig, aber sollte man irgendwann von Begeisterung und Hitze genug haben, könnte man schließlich auch auf einige andere Musiker aus der Kurve rechts oben zurückkommen. Mit nicht melancholischer Musik aus dem Land der abgesagten Flüge bekannt zu werden, ist nämlich eigentlich schon etwas Besonderes.
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