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walter schreifels - an open letter to the scene
 
 

walter schreifelsan open letter to the scene

 

nach all der zeit, die uns walter schreifels nun schon musikalisch begleitet, setzt er uns doch tatsächlich 2010 sein erstes soloalbum vor die nase. turnte er in der vergangenheit in unzähligen bands wie rival schools, gorilla biscuits oder youth of today herum, setzt er dieses jahr zum großen sprung in die völlige unabhängigkeit an und veröffentlicht auf "an open letter to the scene" zehn songs, die seine lange karriere nun mit dem zusätzlichen wort "solokünstler" schmücken.

er hätte gut und gerne songs schreiben können, die man auf den alben seiner anderen bandprojekte hätte platzieren können, doch stattdessen präsentiert sich walter schreifels als ernstzunehmender singer/songwriter, der es darauf anlegt seine musik nicht in altbekannte schubladen zu stecken. eine komplette neuerfindung seiner künstlerischen person findet zwar auch nicht statt, jedoch gelingt es ihm seine wurzeln aus der vergangenheit gekonnt mit dem neu eingeschlagenen weg unter einen hut zu bringen.

auch wenn viele der neuen songs ihre stärke allein mithilfe von walter schreifels stimme und der gitarrenbegleitung entfalten, ist der damit erzeugte akustische charakter keineswegs eintönig. der abgesteckte und auf's wesentliche reduzierte klangliche rahmen ist die passende untermalung von texten, die insgesamt eine sehr persönliche seite offenbaren. so wird man in "wild pandas" zum beispiel zeuge, wie das (autobiographische) ich des songs in die ferne flüchtet, nur um festzustellen, dass daheim einige dinge ungesagt geblieben sind. "an open letter to the scene" ist an vielen stellen von einer nachdenklichkeit geprägt, die auf unterschiedlichen ebenen verlust und gefühlschaos thematisiert und die songs auf diese weise sehr nahbar erscheinen lässt. eine gute halbe stunde lang nehmen die songs den hörer ein, unter denen sich auch eine agnostic front cover version ("society suckers") sowie das für CIV geschriebene stück "don't gotta prove it" befindet. eine halbe stunde, die viel zu schnell zu verfliegen scheint und schon jetzt nach einem zweiten musikalischen solostreich ruft.

annett
 

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