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ALCOHOLIC FAITH MISSION - LET THIS BE THE LAST NIGHT WE CARE

Alcoholic Faith MissionLet this be the last night we care

vö: 05.03.2010

web: www.alcoholicfaithmission.com

label: Pony Records

 

Die Geschichte von Alcoholic Faith Mission begann in einem kleinen Schlafzimmer in Kopenhagen. Dort nahmen Thorben Jensen und Sune Sölund ihre Demos für das Debütalbum (so sagt es die Legende) bei Kerzenschein auf. Für das zweite Album „421 Wythe Avenue“ machten die beiden einen Sprung vom Kopenhagener Schlafzimmer in Richtung heiliges Indie-Land, wo Milch und Honig fließen. Genauer gesagt nach Brooklyn. Es folgten Touren durch die ganze Welt. Und an der momentanen Spitze dieser Entwicklung steht nun ihr drittes Album „let this be the last night we care“.

Mittlerweile haben Jensen und Sölund ein nicht grade kleines Musiker-Kollektiv um sich gescharrt und lassen des öfteren auch mal ihren Mitmusikern den Vortritt am Mikro. Trotz des Erfolges ist der Band die Melancholie und Nachdenklichkeit nicht abhanden gekommen. Das Songwriting wirkt ausgefeilter ohne „zu professionell“ oder berechnend zu wirken. Durch die Lo-Fi'eske Produktion und die manchmal etwas verstimmten Chöre bekommt „Let this be the last night we care“ seinen sehr eigenen Charakter. Es geht um Ausdruck, nicht um Perfektion.

In „snuck in to ride it“ klingt es als würde Justin Vernon mit Arcade Fire am Lagerfeuer sitzen. Vorbilder wie Broken Social Scene, oder die eben genannten Arcade Fire sind deutlich erkennbar ohne, dass Alcoholic Faith Mission an Eigenständigkeit verlieren würden. Ihre Mischung aus Tiefsinnigkeit, Aufbruchstimmung und einer musikalischen Variabilität prägen die 12 Songs.

Und nach ein paar Hördurchgängen entdeckt man unter dem spröden Lo-Fi-Sound noch viel mehr Klangcollagen als man gedacht hätte. So verleihen Samples und ab und zu im Hintergrund konträr laufende Melodien dem Gesamtbild einiges an Tiefe. Und wenn sie wie in „Honeydrip“ oder „Should've left before she woke“ klingen als ob Kevin Shields „My bloody Valentine“ endgültig wiedervereint hätte um mit Chören, Pauken und Trompeten die Schöne und Hoffnungsvolle Seite der Welt zu erkunden, dann sollte man sich dem auf jeden Fall hingeben.

christopher
 

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