black rebel motorcycle clubbeat the devil's tattoo
www.blackrebelmotorcycleclub.com
VÖ: 12.03.2010 // cooperative music

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VÖ: 12.03.2010 // cooperative music
es hat öfters den anschein, dass menschen in dem glauben sind, wahrer rock'n'roll würde sich durch das viele leder, das den körper bedeckt, definieren. das ist natürlich quatsch. rock'n'roll trägt man nicht auf der haut, sondern im herzen und wenn man musikalisch etwas talent mitbringt, dann schreit man ihn am besten so laut hinaus, dass es die umwelt auch gleich mitbekommt. einige menschen scheinen den rock'n'roll tatsächlich mit in die wiege gelegt bekommen zu haben. black rebel motorcycle club sind das beste beispiel dafür und halten die fahne seit jahren hoch, was unverschämt gute rock'n'roll musik angeht. nun lassen sie ihr neues album "beat the devil's tattoo" auf die menschheit los und veröffentlichen eine platte, die nur so brodelt, die instrumente aufschreien lässt und offensichtlich mit einer menge herzensblut geschrieben wurde.
hört man sich die dreizehn neuen songs an, dann kann man aufgrund ihrer unverkennbaren brachialen natur schon mal ins taumeln geraten, aber nur, um sich gleich danach wieder zu fangen und sich erneut den schnarrenden bass-saiten, den dreckig, verzerrten gitarren und den wütenden drums hinzugeben. ein wenig hat man das gefühl die band würde sich wieder etwas mehr auf ihre anfangstage besinnen und sich willenlos, aber keineswegs willkührlich, mit viel einsatz und liebe ihrer größten leidenschaft widmen. dabei wirken die songs so frisch wie vor fast zehn jahren und drücken eine reife aus, die die band mit zurückliegenden veröffentichungen aufgesogen hat. selbst ihre bereits in "howl" aufflammende passion für folk musik findet sich in neuen stücken wie "sweet feeling" wieder, welches mit akustik gitarre und mundharmonika melancholisch und unschuldig zugleich daherkommt. auf "beat the devil's tattoo" vereinen black rebel motorcycle club ihre größten stärken zu einem ganzen und punkten mit ihrer vielseitigkeit, die nicht nur musikalisch, sondern vor allem auch stimmlich in den vordergrund tritt. welche band kann schon von sich behaupten gleich zwei versierte und ausdrucksstarke sänger zu haben? eben.
gehen sie es im titeltrack zu beginn des albums noch gelassen an, mausert sich der song gegen ende jedoch zu einem ersten würdigen vorboten für die noch folgenden, kleinen rock'n'roll monster. bereits anhand der immer aggressiveren und intensiveren backing vocals zeichnet sich der erste umriss von ganzen bild. das folgende "conscious killer" öffnet sich dann der angedeuteten musikalischen bedrohung und wartet mit einer dynamik auf, die die rebellische ader nicht besser einfangen könnte. die band verpackt ihre gefühle in so passende klanggebilde, dass man jeder verzerrten gitarre ihre verzweiflung und ihr leid, aber gleichzeitig auch ihre kampfeslust ton für ton anhört ("war machine"), auch wenn sie sich manchmal schleichend nähert. das rock songs auch auf längere distanz funktionieren, beweisen die rebellen aus übersee mit songs wie "mama taught me better", in dem abwechselnd musikalisch auf angriff oder rückzug geschaltet wird oder dem aufwallenden song "aya", dessen refrain mit einer intensität gesungen wird, bei der sich die häärchen auf den armen aufstellen. "the toll" hingegen ist ausdruck von schönheit und verzweiflung zugleich und erhält durch den zweistimmigen gesang mit weiblicher begleitung, und die mundharmonika parts, einen fühlbaren charme. kurz vor ende des albums zeigt die band noch einmal, dass sie auch auf dem piano für gänsehaut sorgen kann und liefert mit "long way down" einen charakter-song, der liebeskummer stilvoll in worte und töne kleidet.
abschließend entlassen uns black rebel motorcycle club aber nicht mit einem knackigen rausschmeisser, sondern mit einem song, der für ihre verhältnisse fast schon epischen charakter besitzt und mühelos die zehn minuten marke überschreitet. das gute daran ist, man merkt es dem song nicht einmal an und das macht seine wahre größe aus. stattdessen wird man von verzerrten gitarren umhüllt, die sich wunderbar mit den vocals vereinen, die zusammen mit viel hall und wiederkehrenden mustern zu einer art trance-zustand führen. besser kann rock'n'roll im neuen jahrzehnt nicht klingen.
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