Nervous NellieWhy Dawn Is Called Mourning
VÖ: 12.03.2010 // Hazelwood Vinyl Plastics

Die vier Herren von Nervous Nellie residieren seit Längerem zumindest zeitweise in einer schmucken alten Villa im malerischen Umland Stockholms. Dort, zwischen Wäldern, Getreidefeldern und Seen, erblickten auch die Songs von „Why Dawn Is Called Mourning“, dem dritten Album der Band, das Licht der Welt. Entstehungsort und Sound der Platte verschmelzen dabei in perfekter Harmonie zu einer Einheit und so klingen die Pop-Hymnen der Gebrüder Johnson und Johansson oft wie die Musik gewordene Entsprechung des schwedischen Landhaus-Idylls.
Über all der sanften Melancholie, die die neuen Songs von Nervous Nellie umweht, thront erhaben das wundervolle „Long As Can Be“, das große Meisterstück der Platte. Flankiert wird der Song von ähnlich hymnischen Stücken wie „Final Day“ und „Bee Hive“, dem ausgelassenen „Smile Of Your Own“, das auch Friska Viljor zu höchsten Ehren gereichen würde, und der hinreißend schönen Ballade „Some Time“. Auch wenn es da heißt „I´m not falling to pieces just yet“ - als Hörer ist man angesichts von so viel Warmherzigkeit zumindest kurz davor.
Schwache Songs sucht man auf „Why Dawn Is Called Mourning“ zwar zum Glück vergebens, aber zwischendurch schleicht sich doch das ein oder andere - meist am klassischen Songwriting im Stile eines Paul McCartney oder Brian Wilson geschulte - Stück ein, das nicht ganz so hervorragend ist. Auch auf das etwas arg kitschig geratene Ende des fast sechsminütigen „West Is Best“, hätten Nervous Nellie getrost verzichten können. Abgesehen davon ist „Why Dawn Is Called Mourning“ allerdings ein ganz hervorragendes Album, das bestens dazu taugt, einen durch den schönsten Sommer des Lebens zu begleiten.
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