Broken BellsBroken Bells
VÖ: 05.03.2010 // sony music

VÖ: 05.03.2010 // sony music
„You gotta hear this one song, it'll change your life - I swear“. Natalie Portman stülpte Zach Braff einen Kopfhörer über und der erwartungsvolle Blick, den sie im Film „Garden State“ folgen ließ, bereitete wohl nicht wenigen Indie-Buben süße Träume von nicht weniger als einer Hochzeit mit der Hollywood-Actrice. Aus dem Kopfhörer drang „New Slang“ vom Debütalbum der Shins. Der Song, der Leben verändern konnte. Da hatte Natalie Portman schon recht. (video)
Als der Shins-Sänger James Mercer Ende September 2009 bekannt gab, dass er und DJ Dangermouse ein gemeinsames Projekt forcierten, gingen erst mal zurecht alle Hände in die Luft. Der Sänger der Shins hatte das perfekte Gespür für großartige Harmonien und Melodien. Danger Mouse hatte sein Goldhändchen an dem Mischpulten von Beck, den Gorillaz, Damon Albarns „The Good, the Bad and the Queen“, bei den Black Keys und bei Sparklehorse bewiesen. Vor allem Gnarls Barkley gingen auf seine Kosten. Und letztens noch das „Dark Night of the Soul“-Album.
Es könnte sich ausgehen, dachte man sich da. Mercer und Dangermouse konnten ihre Kräfte bündeln und die perfekten Popsongs erfinden. Auf der Habenseite hatten sie schnell noch eine erste Single zu verbuchen. „The High Road“ hätte im Kopfhörer bei Garden State (natürlich mit Natalie Portmans Lächeln) ebenso Leben verändert. Mercers schwelgerische Stimme und Dangermouses Beats, die sich nicht in den Vordergrund drängten, bei genauem Hinhören aber bei aller Eingängigkeit auch noch knifflig waren.
Vorfreude konnte man größer nicht schreiben.
Und genau daran ist „Broken Bells“ zwar nicht gänzlich gescheitert, gerissen haben sie die Messlatte aber schon. Ich sage es nicht gerne: Keiner der Songs (außer „The High Road“) auf dem Broken Bells-Album kann mit nur einem einzigen Song der ersten beiden Shins-Alben mithalten. Und selbst für ein paar Songs des letzten, eher mittelmäßigen Shins-Albums würde ich meine Hand ins Feuer legen.
Das Album ist gut, ja doch. Aber die Welt verändern, wie es Natalie Portman einst versprochen hatte, das tut das Duo mit Beach Boys-Harmonien und semi-digitalen Spielereien, mit einer Mischung aus Pomp und Minimalismus nicht.
Natürlich: „The Ghost Inside“ ist witzig, hätte den Gorillaz einen mittelgroßen Hit beschert. Aber eben den Gorillaz. „Mongrel Heart“ ist ja auch so schön. 80ies-Pop mit Chor. „Vaporize“ ist toll. Aber toll im gehobenen Mittelmaß. Nachdem Mercer zur Gitarre sang und Dangermouse unaufgeregte Beats dazu bastelte, kamen die Beiden nur mit einer großartige Platte aus dem Studio. Ohne Aufregung komponiert. Leger und bezaubernd.
Schuld, dass sich die Welt nicht verändert bin wieder mal nur ich. Ich hatte die Messlatte ja da oben aufgehängt.
Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.
christoph am 12.03.2010
ach ja...vorfreude, auf die ernüchterung folgt.
so ähnlich gings mir auch mit der platte. schade drum irgendwie.