VandaveerDivide & Conquer
VÖ: 05.03.2010 // Alter K

VÖ: 05.03.2010 // Alter K
Drei Songs lang stehen bei „Divide & Conquer“, dem zweiten Album von Vandaveer aus Washington D.C., alle Weichen auf Meisterwerk. Nach seinem gefeierten LoFi-Debüt „Grace & Speed“ (2007) hat sich Mark Charles Heidinger, Mastermind von Vandaveer, diesmal ein paar befreundete Musiker mit ins Boot geholt, was die neuen Songs gleich runder und lebensbejahender klingen lässt. Allein der hinreißende Backgroundgesang von Rose Guerin, deren Stimme stark an die von Emmylou Harris erinnert, macht die Platte gleich eine Klasse besser.
Aber zurück zum Thema Meisterwerk. „Divide & Conquer“ beginnt mit dem dunklen, von Kontrabass und Piano getragenen Folk-Noir „Fistful Of Swoon“, dem sich - quasi als Kontrastprogramm - das federleichte, ganz wunderbare „Woolgathering“ anschließt. Danach schwingt sich die Platte mit dem kirmestrunkenen Schelmenstück „A Mighty Leviathan Of Old“ zu seinem Höhepunkt auf. Von einer „tidal wave of rhythm“ singt Mark Charles Heidinger da und man fragt sich als Hörer ernsthaft, wo das alles noch hinführen soll. Umso ernüchterter stellt man ein paar Songs später fest, dass der Großteil des Pulvers leider bereits in den Anfangsminuten verschossen wurde. Was dann noch folgt, sind hübsche Folk-Balladen und Stücke, die an den freundlichen Australier Ben Lee erinnern. Schön anzuhören ist das allemal, aber an die Großartigkeit und den Einfallsreichtum der ersten Titel kann kaum mehr angeknüpft werden. Erst gegen Ende gibt es im leicht düsteren „The Sound & The Fury“ noch einmal einen Tom-Waits-Moment, wenn Mark Charles Heidinger feststellt „you´re shit out of luck“.
Man darf gespannt sein, was Mark Charles Heidinger in der Zukunft noch alles einfällt. Gelingt es ihm, die LoFi-Atmosphäre von „Grace & Speed“ mit dem Überschwang von „Fistful Of Swoon“ und „A Mighty Leviathan Of Old“ zu verknüpfen, dürfte das dritte Album von Vandaveer durch die Decke gehen. Die Wartezeit bis zu diesem Meisterstück lässt sich mit „Divide & Conquer“ zumindest gut vertreiben.
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