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Rocky Votolato - True Devotion
 
 

Rocky VotolatoTrue Devotion

 

Zum Rüstzeug eines Songwriters, der etwas auf sich hält, gehört seit jeher die Bereitschaft, sein Innerstes nach Außen zu kehren und dem Hörer sein Herz auf dem Silbertablett zu servieren. Auf besagtem Tablett liegt im Falle von Rocky Votolato ein ordentlicher Batzen, denn immerhin verarbeitet der gebürtige Texaner auf seinem neuen Album “True Devotion” die vergangenen Jahre, die in erster Linie von Depressionen und Angstzuständen gezeichnet waren. Kurz nach der Veröffentlichung von “The Brag & Cuss” (2007) brach der psychisch ohnehin schon immer recht labile ehemalige Waxwing-Sänger komplett zusammen - teilweise verließ er monatelang kaum mehr sein Appartement, war nicht in der Lage, Songs zu schreiben und stand mehr als einmal kurz davor, sich das Leben zu nehmen.

Von eben einem jener Selbstmordgedanken handelt dann auch gleich “Lucky Clover Coin”, der großartige Opener der Platte. Hätte ihn die Liebe zu seinem kleinen Sohn nicht daran gehindert, ans Äußerste zu gehen - wer weiß, ob Rocky Votolato jetzt überhaupt noch am Leben wäre. Es ist wahrlich keine leichte Kost, die einem auf “True Devotion” angeboten wird. Auch wenn nicht alle der zehn Songs autobiographisch zu verstehen sind, bekommt man bei Zeilen wie “Life and death are just false shadows / That flicker in my mortal memory / To the one true light I was lost and blind” (“What Waited For Me”) doch das Bild eines gebrochenen Mannes, der sich zurück in ein normales Leben kämpft, nicht aus dem Kopf. Zum Glück scheint die tiefste Talsohle seit einiger Zeit durchschritten zu sein, weshalb Rocky Votolato nun gerne einmal mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft blickt und ähnlich Angeschlagenen wie ihm ein paar Ratschläge erteilt: “True Devotion and True Virtue will hold you at the center / As the waves crash over” (“Sun Devil”).

So entwaffnend ehrlich und berührend die Texte auf “True Devotion” auch sein mögen - musikalisch können die Songs da nicht immer mithalten. Zwar gibt es durchaus äußerst Bemerkenswertes wie das kämpferische, fast hymnische “Fragments”, das stille “Sparklers” oder das nicht nur wegen seiner ersten Zeilen (“I had a brother who was stationed up in Northern Hill Country…”) an Bruce Springsteen erinnernde “Red River” zu hören, aber insgesamt kommen die zehn oft sehr sparsam instrumentierten Stücke leider zu selten über gehobenes Singer/Songwriter-Niveau hinaus.

Trotz allem ist “True Devotion” ein durchaus hörenswertes, grundsolides und vor allem höchst aufrichtiges Album. Bleibt zu hoffen, dass Rocky Votolato seine Dämonen nun endlich losgeworden ist. Es wäre ihm sehr zu wünschen.

christoph
 

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