These New PuritansHidden
VÖ: 15.01.2010 // Domino Records

Das britische Artrock-Quartett These New Puritans braust uns mit seinem zweiten Album Hidden eine Vielfalt an ungewöhnlichen Genre-Kombinationen in die Ohren.
Die Zwillings-Geschwister Jack und George Barnett, Thomas Hein und Sophie Sleight-Johnson liefern in Begleitung eines 13-köpfigen Blech- und Holzbläser-Ensembles musikalische Liaisons, deren Kompatibilität intuitiv von der Hand zu weisen wäre: Krachender New Wave schmiegt sich elegant an symphonische Klassik. Dazu unterstreichen Dubstep und Dancehall einmal mehr harmonische Synergien und selbst wütendes Industrial-Gezerre besteht nicht nur neben HipHop, Kinderchor- und energetischem Sprechgesang, sondern funktioniert geradezu unerhört gut.
Dennoch ist dieses Album alles andere als eingängig, es holt den Hörer nicht geradewegs ab, biedert sich nicht an. Es bedarf des wiederholten Hörens und Liebe für Details, um es in Herz und Kopf zu schließen. Ob möglicherweise etwas naseweise Experimentierfreude der gerade mal Anfang 20-jähigen Briten zu diesem exquisiten Ergebnis beigetragen hat? Sänger George Barnett bestreitet das. Er bezeichnet das musikalische Schaffen seiner Band vielmehr als „Anti-Verzerrung, Anti-Avantgard“.
Ton für Ton wurde hier, wie bei dem Entwurf einer mächtigen Festung, genau berechnet und akribisch balanciert. Barnett erklärt: „Ich bin für das Erzählende, für die Präzision, die Klarheit. Ich bin nicht einer dieser Musiker, die total besessen davon sind, ihr Musikinstrument bis ins letzte Detail zu untersuchen und auseinandernehmen, um jeden möglichen Ton damit zu erzeugen oder den Klang aufs absolute Minimum zu reduzieren“.
Schon mit ihrem Erstlingswerk „Beat Pyramid“ erregte die Gruppe recht große Aufmerksamkeit. Die britische NME war gar der Meinung, dieses Neo-Postpunk-Album präsentiere eine Bandbreite an Ideen und Visionen, die 20-Jährige nicht haben sollten. Dennoch: nach „Hidden“ erwecken These New Puritans den Eindruck, als könne man viel Neues von ihnen erwarten, als wäre da immer noch Platz nach oben - für Musik, die trotz ihrer Verkopftheit nicht affektiert, sondern wie ein sehr gelungenes Experiment anmutet.
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