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the knife - tomorrow, in a year
 
 

the knifetomorrow, in a year

www.theknife.net

VÖ: 05.03.2010 // rabid records

 

das man ungewöhnliches und experimentelles von the knife erwarten kann, liegt fast auf der hand, wenn ein neues album an die tür klopft. dennoch haben sie dieses mal einen klangteppich ausgerollt, der seines gleichen sucht. in zusammenarbeit mit mt. sims und planningtorock haben die geschwister karin dreijer anderson und olof dreijer eine ausladende elektro-oper auf die beine gestellt, die sich an charles darwins evolutionstheorie orientiert und besonders "die entstehung der arten" genauer ins auge fasst. der normalbürger wurde allenfalls im schulunterricht damit konfrontiert, nun liefern the knife ihre eigene interpretation der biologischen entwicklungsstufen, die höchst eigenwillig daher kommt und den hörer herausfordert, aber gleichzeitig einen großen entdeckungsspielraum bietet.

hat evolution überhaupt einen klang? wenn ja, kann man diesen vertonen? the knife haben sich auf die suche gemacht und u.a. feldforschung in island und dem amazonas betrieben, um die natur als klangkörper aufzunehmen und sie genauer unter die lupe zu nehmen. anlass dafür war das angebot der dänischen performance-gruppe "hotel pro forma", die gewillt war für ihre aufführung im letzten jahr die passende musikalische untermalung bei the knife zu finden. beim hören des doppel-albums wird deutlich, dass sich die tiefgängige recherche für die aufnahmen bestens ausgezahlt hat. es ist ein komplexes soundgebilde entstanden, dass sich vom ursprung ausgehend immer weiter entwickelt und sich damit zunehmend in seinem wesen steigert. zu beginn muss man sich auf zum teil verstörende, nicht immer leicht verdauliche klangexperimente einstellen, die aber stück für stück im verlauf des albums immer homogener werden.

um der oper den nötigen flair einzuhauchen, werden einige vocals von der opernsängerin kristina wahlin übernommen. erst gegen ende der platte wird auch karins stimme etwas lauter und tritt öfter in den vordergrund. die umsetzung biologischer wandlungen und variationen geschieht musikalisch beeindruckend und auf einem sehr anspruchsvollen niveau. man muss the knife anerkennung für ihren mut aussprechen sich an solch eine vertonung zu wagen, in der vieles ohne die entsprechende verkörperung auf der opernbühne nicht so leicht einsehbar oder verständlich ist. wer jedoch gewillt ist sich auf dieses experiment einzulassen, der wird am ende vielleicht positiv überrascht werden, aber fast vergeblich nach the knife typischen elementen ausschau halten, die nur in ganz geringem umfang, wie zum beispiel in "the height of summer" auftauchen. ebenso wie die natur, haben the knife mit "tomorrow, in a year" ihre wandelbarkeit und ihren variationsreichtum bewiesen und erneut ihre originalität demonstriert.

annett
 

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