EfterklangMagic Chairs
VÖ: 19.02.2010 // 4AD

Müsste man sich auf ein Wort beschränken, dass charakteristisch für die Musik Efterklangs stehen kann, dann wäre es sicher Opulenz. Die eigentlich nur vierköpfige dänische Band arbeitete seit ihrem Anfang nicht nur mit diversen Gastmusikern zusammen, sondern immer auch mit ungewöhnlich vielen gleichzeitig. Ihren Höhepunkt hat diese Arbeitsweise sicher im Oktober vergangen Jahres mit dem Danish National Chamber Orchestra und der mit ihnen aufgenommenen Variation ihres letzten Albums „Performing Parades“ gefunden. Eine unerschöpfliche Buntheit, die sich in Farben auch auf jedem der Cover ausdrückt, bestimmt die Kompositionen und malt sie auf unendlichen Spuren zu riesigen Momenten aus.
Ein Blick auf die kolorierten Spiralen, die durch das Kopenhagener Thorvaldsens Museum springen, macht genauso wie der Abend, an dem sie dieses neue Album das erste Mal öffentlich ankündigten (http://www.roteraupe.de/konzertreview/186/efterklang.html) deutlich, dass das Opulenz-Prinzip auch zehn Jahre nach Bandgründung nicht verworfen wird: 16 Gäste wurden dieses Mal in das bandeigene Studio geladen um instrumentale Schleifen und streichende Pirouetten um die Lieder zu stricken und sie in die Kunst Efterklangs zu weben wie es das Cover suggeriert. Und trotzdem, dieses dritte und erste auf 4AD veröffentliche „Magic Chairs“ ist ganz deutlich das normalste Album dieser Gruppe geworden, in dem sie sich stärker als zuvor als Band verstehen. Die Songstrukturen sind klarer und einfacher geworden, der Gesang Caspar Clausens tritt vordergründiger auf und schafft sich so Raum für seine Texte. Es ist, als ob sie nach zwei Entwürfen einer eigenen musikalischen Welt sich nun in dieser einfach fest eingerichtet hätten, sodass sie nichts Grundsätzliches mehr entwerfen müssen, sondern hier auf diesem eindrucksvoll abgesteckten Areal ihrer Harmonien entspannt und souverän nach den schönsten Popliedern suchen können.
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