„Das Beste an Augsburg ist der Zug nach München.“ eine Aussage die eine gewisse tristesse im süden bayerns heraufbeschwört. Berthold Brecht wird dieses zitat zugesprochen, der sich im gegensatz zu seinem österreichischen kollegen stefan zweig so gar nicht wohlzufühlen schien. Jener zweig lobte augsburg gar ausdrücklich für „... einen der stärksten bildnerischen Eindrücke, die mir je eine deutsche Stadt gegeben.“
in jenem offenbar so widersprüchlichen augsburg lebt auch maximilian stephan nieberle, der mann hinter dem projekt „carpet“. Nieberle, dem ein oder anderen möglicherweise durch seine arbeit bei den ortsansässigen post/progressive-rockern „dear john letter“ bekannt, nahm im jahr 2008 im alleingang sein debüt „the eye ist the heart mirror“ auf. Ein introvertiertes, rundum konsistentes werk, meditativ und zum schwelgen einladend, welches es schwer macht einzelne stücke hervorzuheben. Es wirkt als ganzes.
„the eye is the heart mirror“ schwebt zwischen psychedelisch ausufernden, wohlig warmen bis verstörten passagen und wird letztlich durch einzelne singer-songwriter ausflüge wieder auf den boden der tatsachen zurück geholt. Zurückhaltend waberndes schlagzeug, verspielte gitarren, weiträumige keyboardteppiche, streicher und nieberle's geisterhafter gesang machen „the eye is the mirror“ zu einem werk auf das man sich einlassen muss. Die betonung liegt hierbei auf muss, was je nach tagesform nicht immer einfach fällt. Nichtsdestotrotz ein schönes debüt.
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