erst anfang des jahres durfte man sich hierzulande über die veröffentlichung vom debütalbum "we breed champions" freuen, da steckte das quintett zur selben zeit bereits wieder im studio, um den nachfolger aufzunehmen. dabei herausgekommen ist überaus bunte und einschlägige "let it beep", das sich mit gleich zwölf krachern anschickt die lautsprecherboxen ordentlich aufzumischen. der albumtitel gleicht wahrlich einer aufforderung an die instrumente vor nichts zurückzuschrecken und könnte auch als das offizielle band motto gelten, das die herren von "royal bangs" bestens umgesetzt haben, wenn man sich die neuen songs anhört.
man kann es wahrlich an allen ecken und kanten fiepsen und piepen hören. ohne, dass man es merkt, breitet sich vor einem plötzlich ein dichter teppich bestehend aus verzerrten, umtriebigen gitarren, energischen drum-parts, rumpelnden, flirrenden und leicht durchgeknallten elektronischen momenten und einer gehörigen portion unberechenbarket aus. während man auf diesem klangteppich umherwandert, kommt man nicht umhin die einzelnen bestandteile der songs in sich aufsaugen zu wollen. was royal bangs auf der einen seite musikalisch überaus aktiv produzieren, erreicht teils munter scheppernd, teils melodie-betont das erwartungsvolle gehör.
irgendwie hat man bei dieser geballten ladung an ideenreichtum fast das gefühl, dass die band im studio einen großen mixer anschmeisst, wenn es um das einfangen und verarbeiten der töne geht. dennoch kommt dabei kein wirrwarr, sondern vielmehr gut sortierte und strukturierte songs heraus. eben diese balance aus überrschungsmomenten, eingängigen hooks und auf band festgehaltener spontanität verleiht dem album die nötige spannung. mit jedem neuen song fühlt man sich wie ins kalte wasser geschmissen, doch sobald man ein-und später wieder aufgetaucht ist, wird deutlich, dass genau das die songs so lebendig erscheinen lässt. da möchte man ohne große umschweife gleich wieder ins kühle nass, oder in dem fall die musik eintauchen.
der opener "war bells" animiert mit basslastigem groove als fundament über den sich eindringliche gitarren legen, die mit leichtigkeit mit den ausdrucksvollen vocals harmonieren. "my car is haunted" führt einen hingegen mit seinen nicht loslassen wollenden gitarrenmelodien direkt in eine akustische verfolgungsjagd, die immer mehr an tempo gewinnt bis sie plötzlich abrupt endet. "shit xmas" läutet mit schräger vielfalt reichlich unkonventionell die weihnachtszeit ein und mutiert schließlich mithilfe von allerhand erlektronischen beeps zu einem funken, der die weihnachtsbaumbeleuchtung zum unkontrollierten flackern anregen könnte. herrlich unbändig und explosiv gestaltet sich gegen ende der platte das aufmüpfige "gorilla king", das zunächst computerspiel ähnliche sounds in wilder abfolge präsentiert, aber durch ein break noch einmal zur ruhe kommt, was vor allem dem mäßigen spiel der drums zu verdanken ist. was auf platte schon so eine große intensität ausstrahlt, wird sicherlich auch live hohe wellen schlagen.
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