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Boy Omega - The Ghost That Broke In Half
 
 

Boy OmegaThe Ghost That Broke In Half

www.boyomega.com

VÖ: 13.11.2009 // Riptide

 

Immer wieder heißt es, das Album als eigenständige Kunstform habe keine Zukunft mehr, weil Musik im digitalen Zeitalter vor allem schnell konsumierbar und jederzeit verfügbar sein müsse.

Welch großer Verlust das Verschwinden des Longplayers wäre, zeigt "The Ghost That Broke In Half" von Boy Omega eindrucksvoll. Immerhin ist das aktuelle Werk des Schweden weit mehr als eine bloße Aneinanderreihung von Songs, sondern ein in sich stimmiges Gesamtbild. Zwei Jahre lang hat Martin Henrik Gustafsson akribisch an den 15 neuen Stücken gearbeitet, die fließend ineinander übergehen und so gehört werden sollen, wie man ein Buch liest oder einen Film sieht: Konzentriert und von Anfang bis Ende. Wer dies tut, den belohnt "The Ghost That Broke In Half" mit einer einnehmenden Dramaturgie und einem großen Facettenreichtum an verschiedenen Stimmungen, die von tiefer Traurigkeit bis hin zu vorsichtigem Optimismus reichen. Größtenteils hat Martin Henrik Gustafsson sein aktuelles Album in seinem Heimstudio eingespielt. Ergänzt werden die Arrangements, bei denen sich wie immer bei Boy Omega klassisches Songwriting und pluckernde Elektronik die Hand reichen, von Streichern, in verlassenen Fledermaushöhlen und alten Scheunen aufgenommenen Hintergrundgeräuschen sowie den Gastauftritten von Rasmus Kellerman (Tiger Lou), Andrea Kellerman (Firefox AK), Amanda Bergman (Hajen) und Emelie Molin (Audrey).

Angesichts des Konzepts, ein Gesamtkunstwerk zu erschaffen und der generellen Homogenität der Platte, ist es gar nicht so einfach, die besonders gelungenen Stücke auf "The Ghost That Broke In Half" zu benennen. Nach jedem neuerlichen Hördurchgang ergibt sich zudem ein anderes Bild: Songs, die man vorher noch kaum wahrgenommen hat, spielen auf einmal eine wichtige Rolle, während andere eher ins zweite Glied rücken. Gleich beim ersten Hören allerdings faszinieren das feierliche, versponnene "Follow The Herd", das introvertierte "The Laughing Gas", das im Vergleich zum Rest des Albums fast schon ausgelassene "Roll The Dice" und das liebevolle, anrührende "To Let Go", in dem Martin Henrik Gustafsson den Verlust seiner Großeltern verarbeitet.

Mit den Worten "who am I to let go" beschließt Boy Omega "The Ghost That Broke In Half". Als Hörer bleibt man mit einer Gänsehaut und ziemlich beeindruckt zurück.

Christoph
 

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