THE YOUNG REPUBLIC - BALLETESQUE

The Young RepublicBalletesque

vö: 06.11.2009

web: www.myspace.com/theyoungrepublic

label: End Of The Road Records

 
 

Bei einer Musikgruppe, die in Tennessee beheimatet ist, kann es sich doch eigentlich nur um eine Country-Band handeln, möchte man meinen. Irgendwie trifft dieses Klischee dann und wann tatsächlich auch auf The Young Republic zu. Hier quietscht eine Fiedel, dort leiert eine Lap-Steel und überhaupt ist „Tough Year (Hard Waltz)“ doch eine der wundervollsten und herzergreifendsten Balladen, die man seit langem gehört hat…

So viel also zum Tennessee- und Country-Aspekt von The Young Republic. Der Rest von „Balletesque“, dem zweiten Album der Band, ist nämlich alles andere als eine folkige Platte, die man sich schön gemütlich bei einem prasselnden Kaminfeuer zu Gemüte führen kann. Nein, der Rest von „Balletesque“ ist ein ausgewachsener orchestraler Sturm, der einem beim Hören fast wegbläst. Bereits „The Alchemist“, nach einem kurzen Intro der erste richtige Song des Albums, ist ein kleines Meisterwerk epischen Ausmaßes. Wuchtige Gitarren treffen dort auf abrupte Tempowechsel, sensationelle Streicher-Arrangements und die schneidende Stimme von Frontmann Julian Saporiti, der wie ein Rock-Star aus den 60ern klingt. The Young Republic bedienen sich auf „Balletesque“ munter an beinahe allen Genres, die der große musikalische Gemischtwarenladen im Angebot hat und deuten diese Versatzstücke dann so um, dass sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Zwischen satten Blues-Stampfern („Black Duck Blues“), hymnischem Bombast-Pop á la Arcade Fire („Balletesque“) und Stücken, die an Bertold Brecht und Kurt Weill erinnern („Rose Parade“, „Bows In Your Arms“) bleibt so kaum eine Verschnaufpause, bis das bedrohliche, kunstvolle „Tidal Wave“ mit seiner faszinierenden Dramaturgie dem Hörer schließlich endgültig den Rest gibt.

Dass The Young Republic die Zügel zwischendurch auch mal ein wenig schleifen lassen und sich einige schwächere Stücke leisten, fällt dabei kaum ins Gewicht. Dafür ist das meisterhafte „Balletesque“ als großes Ganzes betrachtet einfach viel zu gut gelungen.


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