Alexis Gideonvideo musics
VÖ: 06.11.2009 // african tape

Alexis Gideon lebt in Portland. Portland. Betrachtet an den zahlreichen künstlern und veröffentlichungen aus der stadt im nordwesten der usa gelangt man zur annahme, hier herrsche besonders hohes, kreatives potenzial. Weshalb nur?
Hypothese: Portland bietet nichts ausser grosser langeweile, alle wollen flüchten, bleiben letztendlich doch und sind so zur kreativen schaffenswut in den eigenen, abgedunkelten vier wänden gezwungen. Genau jene schaffenswut und ein wenig wahnsinn liegen offenbar in herrn gideon's natur. Ergo hat herr gideon portland im blut. Sich als musiker, mitmusiker und produzent zu verdingen war nicht genug und so ergänzte man das spektrum um video-kunst und bodenlose exzentrik. Letzteres nicht wertend gemeint. Wer sonst würde sich dazu entschliessen, eine "hip hop video oper", inspiriert durch ungarische mythology zu schreiben. nebenbei bemerkt erfand herr gideon auch den lipohant. So viel dazu.
"video musics" pluckert, pumpt und fiepst sich mit lo-fi beats, teils gerappt, teils gesungen über 20 minuten durch den raum und in die ohren. "rock waves" zurückgelehnt und ein wenig knörend, "clement mason" erdig und roh, "the rabbit shepard" königlich, "sock hop" auf streifzug mit dem in eine burka gehüllten prince (aka symbol). Hört sich komisch an und muss es vielleicht auch, denn "video musics" ist mystisch und urban zugleich, erinnert teils an why?, ganz frühe sachen von beck und entfernt an m.i.a. der hörer bleibt teils in verwirrung und mit der offenen frage, ob es sich um das werk eines genie oder das genaue gegenteil handelt, zurück. Schreibt sich ein künstler "weirdo" auf die fahnen ist dies nicht immer ein qualitätsmerkmal. Bei alexis gideon meiner ansicht nach schon.
Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.