Raz Ohara & The Odd Orchestra sind ziemlich funky und ein bisschen sonderbar. Im Prinzip wäre das Musik, wie sie bei etwa der Starbucks-Bohême gut ankommen würde. Raz singt mit hoher, leicht nasaler Stimme zu zartem Schlagzeugspiel und Gitarrenzupferei hin und wieder zu lässigen Bläsern, Echos seiner Stimme mischen sich darunter, hier und da ein bisschen elektronisches Geplucker, das klingt nach moderner Lounge-Musik, interessant, aber nicht so aufdringlich, dass man sich nicht noch nebenbei unterhalten könnte, etwas lesen oder sich ganz auf den Geschmack seines Blended Frappuccino konzentrieren könnte. Meistens bleiben Raz und sein Orchester auch hübsch gefällig, sind anregend, aber nicht aufregend.
Im Prinzip also eine Band, die man streng genommen auch gleich wieder vergessen könnte.
Glücklicherweise aber brechen sie ein wenig aus. Und dann wird die Musik mit einem Mal doch von "ganz interessant" zu "sehr interessant", etwa dann, wenn das ruhig und unschuldig beginnende Lied mit dem doch überraschend drastischem Namen "The Day you suffered helpless out of Reach and all Lines were Dead" mit einem Mal lauter und dringlicher wird und für einen Moment nahezu infernalisch klingt, die gerade eben noch so einlullende Musik auf einmal gar nicht mehr nach Lounge klingt sondern sich für kurze Zeit eine ganz andere Welt auftut, dann aber doch wieder verebbt und alles so zu sein scheint wie vorher. Solche Momente machen II zu einem Album, dass sich letztlich doch sehr geschickt dadurch von der bloßen Hintergrundunterhaltungsmusik abhebt, dass nicht nur Hin und Wieder Tiefe angedeutet wird, sondern dass diese auch tatsächlich ausgelotet wird, ohne dabei aber den Hörer zu sehr aus dem Konzept zu bringen.
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