Clara LuziaThe Ground Below
VÖ: 23.10.2009 // Asinella Records

Schon bei „Queen Of The Wolves“, dem ersten Song auf „The Ground Below“, fällt einem auf, dass etwas anders ist bei Clara Luzia. Alles klingt jetzt ein wenig leichtfüßiger, etwas opulenter arrangiert und beinahe auch optimistischer. Daran muss man sich erst gewöhnen, denn immerhin mochte man die Wiener Songwriterin ja gerade für ihre melancholischen Songs und die zerbrechliche, intime Stimmung auf ihren Platten.
Aber siehe da, die neue Ausrichtung geht erstaunlich schnell ins Ohr. Kein Wunder, denn trotz aller Neuerungen ist Clara Luzia ja immer noch die alte und ihr Talent und ihre Stimme sind ihr nicht abhanden gekommen. So darf man sich beruhigt zurücklehnen und kunstvoll arrangierte Stücke wie „Tired City“ und „Here Comes“ mit ihren großartigen Streicher- und Bläsersätzen genießen. Die wirklich bezaubernden Momente auf „The Ground Below“ liegen aber in den Details. Etwa im Kontrast, der entsteht, wenn im von einer dumpf wummernden Bass-Drum angetriebenen „Faces“ auf einmal eine klagende Violine einsetzt. Oder in der Akkordeon-Melodie von „I Found A Stone On The Wayside“. Oder natürlich in dem Moment, in dem man mit verzücktem Erstaunen feststellt, dass in „Two Of Them“ der Kinderlied-Klassiker „Bruder Jakob“ eingebaut wurde. Seinen Höhepunkt erreicht das Album dann schließlich beim zum Heulen schönen „Bleed“. „Is this the age of being shallow“, fragt Clara Luzia da, die von einem vielstimmigen Chor unterstützt wird, dem unter anderem die Songwriter-Kollegen Marlies Jagsch und Martin Klein angehören.
So betrachtet ist dann doch gar nicht so viel anders auf „The Ground Below“. Clara Luzia geht weiter unbeirrt ihren Weg. Nur diesmal lacht sie etwas öfter.
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