Die malerische Altstadt von Salzburg eignet sich bestens zum Herumstreunen, Zeittotschlagen und Beobachten. Einer von denen, die vor allem Letzteres bestens beherrschen, ist Tobias Pötzelsberger alias The More Or The Less. Für sein Debütalbum „We, The People“ hat der junge Österreicher ganz genau hingeschaut und scheinbar banale Alltagsbeobachtungen, die von anderen gerne übersehen oder als nicht weiter erwähnenswert abgetan werden, in zehn wunderbare Songs verpackt. So werden wir als Hörer Zeuge eines Handgemenges in einer Seitengasse („A Backyard Affair“), treffen in „Ms Anderson“ auf eben jene, die gerade tränenüberströmt in ihrem Auto sitzt und sich das Leben nehmen will, und beobachten eine Trennung unter anderem aus der Perspektive fallender Schneeflocken („As Seen By The Things“). Etwas traurig und mitunter tragisch sind sie schon, die Stücke auf „We, The People“. Trotzdem findet man bei genauem Hinhören einen unerschütterlichen Optimismus und ganz viel Tröstliches, denn immerhin achten die Menschen in der kleinen Welt von The More Or The Less noch aufeinander, schreiben Briefe und interessieren sich für die Dinge, die um sie herum passieren.
Musikalisch bewegt sich „We, The People“ stets zwischen behutsamem Folk und klassischem Songwritertum. Zurückhaltung ist Trumpf und inmitten von akustischer Gitarre, Piano, Cello und Tobias Pötzelsbergers schöner Stimme schimmert stets ein wenig Elliott Smith, etwas Gravenhurst und ganz viel Teitur durch. Eine wunderbare Platte, deren Songs einen auf eine ehrliche und völlig kitschfreie Art und Weise berühren. So etwas ist selten heutzutage.
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Hört sich richtig interessant an - vor allem auch für mich als salzburgerin. da muss ich definitiv reinhören!
Mariki // 20.10.2009