kurzer rückblick: nicht warum sondern was war in 2008 los mit why?? von „harten reimen“ war da die rede, von „versponnenem eigensinn“, „treffsicher laut knallenden tönen“ und einer „poesie unter den daunen simpler melodien“. so oder ähnlich klang „alopecia“, seinerzeit ja auch bereits album nummer drei. soll man nun also einfach den viertling nehmen und sich diesen vorstellen, als sei er gehauen unter einer puderweißen wolke aus eis zwischen der kalten architektur deiner verhassten vorstadt? das käme der sache zumindest nahe. derweil ist auch fortan nicht daran zu denken, dass yoni wolfs knarzige stimme jemals einen brauchbaren auftaufaktor besitzen wird. nicht über dem versierten flow des vorgängers, nicht auf der psychedelischen folk-idee von „eskimo snow“.
die ideen beider alben indes stammen tatsächlich aus ein und demselben zeitraum. und doch wird man das gefühl nicht los, dass die neuen zehn kleinen kunststücke fürs erste eine weile damit beschäftigt sind, die relativ fest verschlossene, imaginäre tür nach draußen aufzubrechen. dorthin, wo sie eine ungemütliche atmosphäre erwartet, evtl. sogar etwas schneidender gegenwind, auf jeden fall aber reichlich ungezügelte witterung. melodien steigen in die kristallklare luft, noch bevor sie echte gelegenheit bekommen, sich in bodennähe zu formen. wer das hier gemeinhin als wohlklang zu empfinden vermag, drückt auch gerne mal rostige nägel in weiches holz. oder hört ganz einfach die gut versteckte schönheit hinter dem kreisenden „into the shadows of my embrace“ heraus. und lassen sie sich von der vermeintlichen ruhe des folgenden „one rose“ ruhig mal ein paar kurze dornen in die haut bohren. der komplett verschrobene rhythmus dieses albums könnte seinen teil dazu tun. wie dunkle flecken im ewigen eis. nerds werden zurecht ihre wahre freude haben. der rezensent hatte sie nicht minder! indie-folklore für fortgeschrittene.
kel
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