„Double You, Double Vee, Double Double You, Zee”, mehr ein Sprechreim als ein Name und wenn schon Letzteres dann einer mit erheblichen Problemen, UUVVWWZ traut man sich nicht leicht ohne größere Anstrengung zu sagen. Gerade jene ist aber auch für das gleichbetitelte Debüt des Quartetts aus Nebraska, dem US-Bundesstaat der Ödnis und ereignislosen Entfernungen, in dem der Führerschein schon mit 15 Jahren gemacht wird, explizit vonnöten.
Es gibt in Nebraska allerdings auch einen Ort der sich der Ereignislosigkeit zumindest auf musikalischer Ebene entzieht: Omaha, Heimat von Conor Oberst und damit dem Label Saddle-Creek, das sich der sinkenden Bright Eyes-Nachfrage gemäß neuen Stilen jenseits der Singer-Songwriter-Depressionen öffnen musste. UUVVWWZ mit knautschenden hohen Gitarren und der schillernden Sängerin Teal Gardner stellt da zumindest eine gute Möglichkeit dar. Des Surrealistischen Manifests von Breton ganz fachkundig würden Fußnoten zu den Texten durch äußerst dunkle Gefilde wandern, Visionen aller denkbaren Blutungsursachen im Kopf, während Bass-Noten wie Hagel und Gitarrentöne wie Starkregen auf einen niedergeht, dann plötzlich die höfliche Frage: „So what is left to do, Magritte?“ Zehn Deerhoof-beschlagene Ausraster zuvor heißt es zwischen der ganzen gewaltsamen und sehr verrückten realitätsfernen Energie: „You’ve got to take care / Concentrate on your life.“ Ob das aber nun der einzige Ernst oder die einzige Ironie ist, darf jeder selbst entscheiden, Double You, Double Vee, Double Double You, Zee würden es gewiss nicht zugeben.
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