Die Geschichte von Moneybrother ist eine schöne. Damals, in der guten, alten Zeit, als es noch Viva2 gab und Charlotte Roche, wenn überhaupt, nur im stillen Hinterzimmer über die Vielzahl an Körperflüssigkeiten, die der menschliche Körper hergibt philosophierte, klingelte im Intro von „Reconsider Me“ das Telefon, Moneybrother sagte „Hallo!“ und einer er am nachhaltigsten beeindruckenden Indie-Sommer-Hits aller Zeiten ging los. Charlotte spielte das Lied bei Fast Forward rauf und runter, das bald folgende Album „Blood Panic“ wurde ein Erfolg und Moneybrother wurde zu Deutschlands Lieblingsschweden.
Dann ging Viva2 den Bach runter, Charlotte verabschiedete sich, Sarah Kuttner kam, Moneybrother blieb. Auch Sarah fand Moneybrother spitze, spielte in ihrer Kuttner-Show die Lieder des nächsten Albums „To Die Alone“ rauf und runter, Moneybrother war Dauergast und schien den ganzen Rummel ziemlich prima zu finden. Er überlebte auch die Kuttner-Show, veröffentlichte noch ein Album, „Mount Pleasure“, was kam ziemlich gut ankam, auch wenn die anfängliche Euphorie ein wenig verblasst war. Moneybrother zog sich dann etwas zurück, erfüllte sich daheim in Schweden den Traum von der eigenen Tomatensuppe auf dem Markt und gründete ein eigenes Platten-Label. Jetzt schickt er sich an mit seinem neuen Album wieder die ganze Welt zu begeistern.
„Real Control“ klingt unverkennbar nach Moneybrother – nur ein bisschen weiterentwickelt. Moneybrother ist nach wie vor ein Mensch der großen Gesten und eine ziemliche Rampensau vor dem Herrn. Oppulenter Bläsereinsatz, Orgeln, ganz große Emotionen, weitgeöffnete Arme, theatralisches Versinken in den traurigen Liedern, herzergreifende Liebeserklärungen, Soul, Rock, Reggae, das ganze Programm, alles wieder dabei! Auch wenn man das im großen und ganzen schon kennt, wird das auch beim vierten Album nicht langweilig. Es fehlt diesem Album vielleicht ein bisschen der ganz große Hit, es gibt kein „Reconsider Me“ oder „They´re building Walls around us“, ansonsten ist „Real Control“ aber wieder ein prima Album geworden. Damit sollte er nun auch ohne Musikfernsehdauerpräsenz Lieblingsschwede bleiben können!


















