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Firekites - The Bowery
 
 

FirekitesThe Bowery

 

Herbstlich fühlt sich “The Bowery” an. Herbstlich und wohlig warm. Ein paar alte Freunde müssen es gewesen sein, die sich in einem einsamen Haus am See, umgeben von bunt eingefärbten Laubwäldern einfanden um zusammen ein paar Tage zu verbringen. Wolkenlos blau muss der Himmel gewesen sein, die letzten goldigen Sonnenstrahlen das Gemüt berührend. Es kann auch ganz anders gewesen sein, grau, das Haus nur eine Wohnung, statt eines Sees ein Hochhaus gegenüber, die beleuchteten Fenster verwaschene Einblicke in das Leben anderer liefernd. Der Sommer vorbei, jedoch im Herzen verbleibend.

So, oder so ähnlich muss es gewesen sein, als das Debütalbum des Australischen Musikerkollektivs “Firekites” entstand. Ein Debüt mit dem man lange wartete, bedenkt man, dass die Firekites schon 2005 von Tim McPhee und Rod Smith, zwei nicht Unbekannten in der hiesigen Musikszene, gegründet wurden. Man liess sich Zeit und hatte Recht damit, wie "The Bowery" zeigt. Die Idee von Ästhetik, die den Stücken auf diesem Debüt innewohnt, wurde schon während des Entstehungsprozesses berücksichtigt. Geschrieben und aufgenommen in einem leerstehenden Tanzlokal/Buchladen mit dem Namen "The Bowery" strahlt die lo-fi-Produktion eine starke Intimität aus. Der natürliche Sound malt Farben, Gefühle und ganze Sequenzen, in denen sich der Zuhörer wiederfindet.

Alle 10 Stücke gleiten, plätschern im positiven Sinne, fast meditativ dahin, im Kern getragen von den Melodien der beiden Akustik-Gitarren. Der Gesang von McPhee und Jane Tyrrell, zwischen "Kings of Convenience" und "Simon und Garfunkel", fügt sich in das Gesamtgebilde wundervoll harmonisch ein und unterstützt die Stimmung der Songs genauso wie die dezent eingesetzten elektronischen Elemente. Stücke wie “Last Ships” und “Same Suburb Different Park” strahlen die elegische Ruhe nach dem Sturm aus, sind energetisch und ruhig zugleich. Dieses Gefühl ist es, das bleibt und sich durch das gesamte Album zieht. Einzig "Mirror Miracle" und "Another State" weichen etwas von dieser übergeordneten Richtung ab, bewegen sich mit einem deutlich langsameren Tempo und einer etwas dunkleren Grundstimmung auf anderen Wegen, aber ohne aus dem Gesamtkonzept zu geraten.

Wer sich mit Akustik-Folk und träumerischem Indie-Pop wohlfühlt, wird "The Bowery" sicherlich lieben. Mit diesem Debüt haben sich die "Firekites" auf den Radar gebracht und man kann gespannt sein, was sich da noch so tun wird. Eine Platte für den Wandel, den guten alten Herbst.

dominik
 

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