MUSE - THE RESISTANCE

musethe resistance

vö: 11.09.2009

web: www.muse.mu

label: warner music

 
 

die zeit, als muse noch als geheimtipp galten, ist längst vorbei. in den letzten jahren sind sie musikalisch förmlich explodiert und stetig gewachsen. auf der bühne wissen sie einen bombast zu erzeugen, der das haupthaar zum fliegen und klangliche vibration bis in die letzten nervenenden spürbar macht. über die letzten alben hinweg haben sie ihren sound und songwriterischen fähigkeiten soweit vorangetrieben und ausgefeilt, dass man sich mit jeder neuen platte fragen muss, wo soll die reise für muse noch hingehen? die antwort scheint immer zu lauten, dass die drei herren aus dem englischen teignmouth dafür gewappnet sind noch eine schippe draufzulegen und ihren horizont gerne um eine weitere klangliche dimension zu erweitern.

so folgt drei jahre nach "black holes and revelations" mit "the resistance" ein album, dass erwartungsgemäß nicht mit komplexen strukturen geizt, spannungsvolle und dichte momente beinhaltet sowie die muse typische dramatik an vielen stellen aufleben lässt. die erste single-auskopplung "uprising", die mit schnarrendem bass, synthie-einsatz und vielen handclaps aufwartet, steigert sich zunehmend im verlauf und findet in den zeilen "they will not control us, we will be victorious" ihren höhepunkt, den matthew bellamy stimmlich aufopferungsvoll besingt. der titeltrack "resistance", dessen zurückhaltende piano-melodie in den refrains aber den druckvollen gitarren-und drum-parts weicht, wirkt jedoch insgesamt vor allem im zusammenhang mit textpassagen wie "love is our resistance, keep us apart they won't stop breaking us down, hold me, our lips must always be sealed" etwas dick und stellenweise zu theatralisch aufgetragen. das folgende "undisclosed desires" überrascht hingegen mit r'n'b beats und streichern, was zunächst gewöhnungsbedürftig ist, aber erstaunlich gut funktioniert.

muse haben naturgemäß neben der monströs und kraftvoll anmutenden seite immer wieder bewiesen, dass sie mit matthew bellamy an den piano-tasten auch in klassischer form überzeugen und verzaubern können. so zum beispiel in "united states of eurasia (+collateral damage)", dessen intro genau das makellos zum ausdruck bringt, aber bereits nach kurzer zeit seines glanzes beraubt wird, in dem sich muse in ihrer eigenen queen-phase austoben bevor sie den sanften piano-klängen wieder das spielfeld überlassen und musikalische größe beweisen. egal, ob sie queen nun damit ihre ehre erweisen wollen, nötig haben sie es auf keinen fall. die durchaus bewundernswerte leidenschaft, die die band an den tag legt und in der vergangenheit vor allem pointiert eingesetzt an kraft gewann, wird jedoch in den neuen songs nicht immer so dezent eingefügt und verliert teilweise sogar an wirkung, wie zum beispiel durch die verzerrten gitarren-soli und die pathetischen gesangskünste bellamys, die in reduzierter form oftmals mehr glänzen.

dass die band problemlos auch auf längere distanz das ton-gebilde auseinandernehmen und sich dynamisch wie in den besten zeiten präsentieren kann, zeigen sie im fast sieben minütigen "unnatural selection". ihre ganz eigene liebeserklärung in musikalischer form liefern muse mit "i belong to you (+mon coeur s"ouvre a toi) ab. man könnte sich das stück schon beinahe auf einer opernbühne vorstellen, was die emotionsgeladene instrumentale sowie vokale umsetzung angeht. da muse nicht erst seit gestern die großen bühnen dieser welt ihr zu hause nennen, dürfen sie sich auch ohne wenn und aber so ausleben.

apropos ausleben, wer sich den letzten teil des albums zu gemüte führt, wird sich in eine epische und atmosphärische klangwelt namens "exogenesis: symphony" begeben, die sich in ihrem ausmaß gleich über die letzten drei songs der platte erstreckt. nach teil eins ("overture"), der im klassischen sinne auch als film-musik für ein epos dienen könnte, folgt mit teil zwei ("cross-pollination") der dramatische höhepunkt, der in einem harmonisch bemerkenswerten piano-solo endet und besonders schön in den letzten teil ("the redemption") überleitet. wenn die "erlösung" sich so wunderbar anfühlt, wie sie muse musikalisch erschaffen haben, dann darf man beruhigt sein. das in allen teilen mitwirkende orchester trägt einen wesentlichen teil dazu bei und besticht durch hervorragende arrangements. insgesamt gesehen sparen muse auf "the resistance" auf keinen fall mit pathos. dass sie beständig ihren weg gehen und diesen progressiv beschreiten, wird nach dem hören ebenso schnell klar, wie die tatsache, dass es stellenweise aber auch nicht geschadet hätte, wenn sie ihrem eigentlich bewundernswerten und spannungsgeladenen hang zum großen und dramatischen nicht immer in dieser form nachgegeben hätten. umso schöner ist dafür aber die gewissheit, dass sich muse nach wie vor vielseitig und äusserst unbeeindruckt von dem zeigen, was um sie herum passiert und sich ihren status als experimentelles trio mit weitreichenden ambitionen bewahrt hat.


Kommentare

 

01
ein album gemacht um dem gemeinen bild leser eine rockoper zu präsentieren
02
ein album das sich an der kunst versucht, jedoch nur kopien hervorbringt.
03
ein album so banal und aalglatt wie ein politiker nur sein kann.
04
ein album so tot, das es keine gänsehaut sondern nur leichenstarre im gemüt trägt.

--> furchtbar.

 
tore · 19.09.2009
 

01
ein album gemacht um dem gemeinen bild leser eine rockoper zu präsentieren
02
ein album das sich an der kunst versucht, jedoch nur kopien hervorbringt.
03
ein album so banal und aalglatt wie ein politiker nur sein kann.
04
ein album so tot, das es keine gänsehaut sondern nur leichenstarre im gemüt trägt.

--> furchtbar.

 
tore · 19.09.2009
 

respekt tore, dass du es dir noch angehört hast. ich hatte schon nach den ersten tönen der single aufgegeben. ich versteh nicht, warum viele "rocker" im laufe einer (kommerziell) erfolgreichen karriere immer versuchen wagner zu spielen...

 
Chuck · 20.09.2009

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