laut englischer musikpresse, findigen musikkritikern und unzähligen szenekennern haben "the xx" mit ihrem quasi selbstbetitelten debütalbum "xx" den vogel abgeschossen und mindestens das beste album des jahres abgeliefert. ganz so weit gehen wir (noch) nicht. platte des monats ist für die cd mit dem pragmatischen cover aber locker drinnen.
die vier 19-jährigen aus der londoner vorstadt sind weder schrill, bunt, abgedreht noch setzen sie auf tanzflächenkracher wie aktuell manch anderer künstler. stattdessen haben sie uns 11 zerbrechliche, melancholisch-träumerische stücke mitgebracht, die auch ohne hi-hat, lautes schreien und aufgebrezelte bühnenperformance zu überzeugen wissen. zwar klingen sie durchaus 80er jahre inspiriert - die modischen eskapaden dieses jahrzehnts scheinen sie aber kalt zu lassen. überhaupt sehen sie optisch wirklich wie ganz normale britische teenager aus und nicht wie "the next big thing". aber das heißt ja nichts solange die musik stimmt.
und das tut sie: das minimal instrumentierte "crystalised" erzeugt dank der fast flüsternden stimmen der sänger romy und oliver eine fesselnde stimmung die den hörer nicht mehr loslässt. "islands" führt diese stimmung fort - so wie eigentlich jede nummer auf dem album. "the xx" wurden schon mit "hot chip" und "the cure" verglichen. diese vergleiche werden ihnen aber nur in teilen gerecht. das quartett hat sich nämlich in der nische ihr eigenes nest gebaut und kommt auch ohne zu kopieren aus. obwohl ihr song "infinity" irgendwie an wicked game von "chris isaak" erinnert - mit weniger pop und in düster. auch interessant. insgesamt ein rundum gelungener start in eine hoffentlich lange karriere.


















