Auf dem Cover ein einfaches Gesicht, ohne jegliche Schnörkel oder Verzierungen, einfach nur ein Gesicht mit Melancholie im Ausdruck und einem Blick, der tausend Gedanken suggeriert, die sich hinter diesen Augen abspielen müssen. Simplizität, die dadurch besticht, dass auf das Wesentliche reduziert wird; es bewegt sich nichts, es tut sich nichts, aber gleichzeitig gibt es, existiert so viel.
Das Bild stammt aus der Hand von Robin tom Rink. Und auch sonst ist das genau sein Metier, das Bildermalen – in seinen Liedern werden Momente eingefangen, Szenerien erschaffen, die sich zwar nicht bewegen, aber dafür unglaublich weit sind. Es geht darum, was zwischen den Zeilen des Alltags geschieht; was in Blicken zu entdecken ist, was in Gerüchen verborgen ist, was das Licht andeuten will – und das sind alles Dinge, die anders sind, je nachdem, was man in dem jeweiligen Moment fühlt.
Zwölf Lieder bietet Robin tom Rinks Album; zwölf Momente hat er hier eingefangen und wenn man sich seinen Lebenslauf anschaut, macht es nur Sinn, dass in diesen Momenten eine Menge drin ist. Da waren Kleinstädte, die ihm zu eng waren, Großstädte, die ihn verführt haben, Drogen, denen er verfiel, Krankheiten, die ihn zurückwarfen. Und trotz allem, trotz düsteren Gegenden seiner Vergangenheit oder vielleicht gerade wegen ihnen liebt er immer noch das Leben und übersetzt es in emotionsgeladene Songs, die so ehrlich wirken, dass sie sich einem aufzwingen und man sich schnell in sie verliebt.
Ein Singer/Songwriter ist hier am Werk, aber einer, der sich von vielen Seiten zeigt. Das Album ist quasi in A- und B-Seite aufgeteilt; in den ersten sechs Liedern zeigt Robin tom Rink sich leise, mit einer Menge Klavier, sehr gedämpft und intim – manchmal scheint es, als würde ihm die Stimme versagen, weil es nach so viel Schmerz klingt, diese Worte in die Welt zu entlassen. Aber dann wird musikalisch lauter aufgefahren, da kommen Instrumente hinzu, Gitarren übernehmen, werden elektrisch, Schlagzeuge werden lärmender, bis hin zu „A Certain Amount Of Pride“, das die Bereiche des Singer/Songwritertums für den Rock verlässt. Danach geht’s aber auch nochmal zurück in die ruhigeren Töne; nur diesmal ist ein Hauch weniger Melancholie dabei, vielmehr hat sich zum Ende eine Art Zufriedenheit eingeschlichen. Und die Stimme zieht das alles mit, geht sich perfekt anpassend durch all die Stimmungen, sodass man manchmal staunen will, dass das immer der selbe Mann dahinter ist.
Die Arrangements scheinen hier und da noch zu stolpern, teilweise klingen einzelne Liedteile so, als würden sie nicht zusammenpasen; die Konstruktionen sind nicht perfekt – aber dadurch auch nicht gezwungen. Nie fröhlich, nie depressiv, aber immer gefühlsbetont geht es hier um Gedanken, die unscheinbar die Welt bewegen.
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