The Gentle LurchThe Beat of the Heart is the Beat of the Boss
VÖ: 19.06.2009 // Schinderwies Productions

VÖ: 19.06.2009 // Schinderwies Productions
Noch so eine Band aus dem Umfeld des Dresdner Kreativkollektivs Kumpels & Friends! Ähnlich besetzt wie die Schwesterbands Garda und Bergen, machen auch The Gentle Lurch behutsam arrangierte Musik, die sich im weitesten Sinne als Americana bezeichnen lässt. Auf Deutsch übersetzt heißt The Gentle Lurch in etwa „das sanfte Schlingern“ und das beschreibt den Sound der Band um Lars Hiller, Cornelia Mothes und Frank Heim schon wesentlich treffender als alle Einteilungen in vorgefertigte Genres.
Alles ist hier irgendwie ein wenig schief, eigenwillig, altmodisch und doch liebenswert. Das beginnt schon bei der Entscheidung, aus „The Beat of the Heart is the Beat of the Boss“, dessen 14 Songs mit etwas Mühe auf einer CD Platz gefunden hätten, ein Doppel-Album zu machen. Schließlich ist dieses Format in einer Zeit, in der einzig der einzelne Song zählt, ein ziemlicher Anachronismus. Auch die Stücke selbst, denen viel Platz zur Entfaltung und für überraschende Wendungen eingeräumt wird, verraten nicht unbedingt auf Anhieb, dass sie aus dem Jahr 2009 stammen, und Lars Hiller muss erst einmal so alt werden, wie sein kauziger Sprechgesang klingt. Wenn es im großartigen „Folksinger“ „So dear old father please don´t get upset / But I have learned to pick the guitar sitting on my bed / And I´ll be a folksinger for a career” heißt, sieht man vor seinem inneren Auge eher einen verlebten alten Typen, der aus seiner Jugend erzählt, als einen Musiker, der gerade knapp über Dreißig ist.
In New Orleans marschiert am Ende eines Trauerzuges immer eine Dixieland-Kapelle. Nach eben diesem Prinzip funktionieren The Gentle Lurch, bei denen sich trotz getragener Grundstimmung immer auch etwas erhabene Schönheit und fast ausgelassene Fröhlichkeit – nachzuhören zum Beispiel im überragenden „Let´s Roll“ – einschleicht. “The Beat of the Heart is the Beat of the Boss” ist kein Album, das kurzfristigen Trends hinterher rennt, sondern eine Sammlung von Songs, die lange gültig bleiben werden.
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