Singer/Songwriter aus Dänemark kann man schonmal begegnen. Kaspar Kaae, Frontmann der Band Cody, war so einer. Aber was er mittlerweile mit seiner Band liefert, würde man niemals dem Land im Norden zuordnen – kein Wunder, dass Cody gerne aus ihrer Halbinsel ausreißen, um andere Gegenden zu bespielen; zweimal schon zog es sie etwa in die USA. Liegt nahe, denn da kommt auch die Inspiration – nämlich der amerikanische Country – ursprünglich her.
Und genau da zieht die Musik einen gedanklich wieder hin. Fernweh wird hier heraufbeschwört, wenn folkige Melodien auf Countrygitarren, weiche Schlagzeuge, Geigen, Mundharmonikas und befreundete Instrumente treffen, um diese Bilder zu malen von Orten, von denen jeder gerne mal träumt. Dazu kommt eine Prise Melancholie, hinzugefügt von Kaaes rauchiger Stimme, in der man seine Singer/Songwriterherkunft wiedererkennen kann. Zusammen ergibt das dieses klischeehafte Bild von Menschen voller Lebensgeschichten, die um ein Lagerfeuer sitzen – Codys Musik allerdings ist keine Lagerfeuermusik; vielmehr scheint es, als würde sie darüberstehen und genau von solchen Szenarien erzählen.
Denn Cody sind zu groß dafür. Wenn die Instrumente zusammenwachsen und aufbrausen, ist das Entstehende so beeindruckend füllend, dass man das Gefühl hat, drin versinken zu können; wenn die Lieder nach anfänglich meist belanglosem Geplänkel ausbrechen und sich in der Größe verlieren, ist plötzlich diese Sehnsucht da, die einen in den Bann zieht und in die Ferne versetzt. Bestes Beispiel ist „Comfort And Rage“, in dem man anfangs zwar nahe dran ist, gedanklich abzuschalten bei dem immer gleich bleibenden Gitarrengezupfe, aber das sich dann langsam hochschaukelt zu dem riesigen, romantisch angehauchten Schlussteil. Dass dieser instrumental ist, macht nur Sinn, denn Kaaes Stimme zieht sich ziemlich emotionsungeladen durch die Lieder – damit wirkt sie vielmehr wie ein Erzähler, der aus der Ferne die Bilder und Geschichten kommentiert, die der Rest heraufbeschwört und die so viel starker sind.
Sehr schön ist das, was Cody auf ihrer EP hier präsentieren. Zwar oft über Strecken leider ziemlich langatmig, aber immer wieder gibt es doch diese großartigen Momente, für die es sich lohnt, das durchzuhören. Für aktives Träumen durchaus geeignet!
Kommentare
Cody hat Euch hier einen grossen gefallen getan. :)
konstruktiven kommentar abgeben
kommentare von eingeloggten usern werden sofort veröffentlicht.




























