PhoenixWolfgang Amadeus Phoenix
VÖ: 22.05.2009 // V2

Eine Abgeschiedenheit wird ins Licht getragen. Der Gang aus dem Studio, aus dem Proberaum hinaus in die Sonne von Versailles, ihr Königskinder, in die größten Konzerthallen weltweit, ihr vier, Phoenix! Es brauchte keine Asche zum Aufstehen, viel mehr die Ruhe und die Möglichkeit, Dinge so zu tun, wie man sie richtig findet. Nach dem verstiegenen, unentschlossenen wie unentschlüsselbaren „Alphabetical“, war der Vorgänger „It's Never Been Like That“ wieder ganz zutraulich, ein bisschen stilvolle Indie-Disco; mit französischen glänzenden Lederschuhen, engen Jeans, maßgeschneiderten Jacketts, es war kaum mehr.
Eine Vorgeschichte als Anfangspunkt, doch nicht Maßgabe einer Entwicklung. Ziellos, vernachlässigt man die Hingabe und Lust an der Schöpfung einfach guter Popsongs, muss der Beginn der neuen Aufnahmen gewesen sein. Phoenix wollten nirgendwo mehr hin. Es wäre verständlich gewesen, wenn sie mit den neuen Aufnahmen nach ganz oben auf die gedachte Popleiter steigen wollten, aber kein verkrampfter Druck sich zu beweisen ist hörbar. In der Selbstvergessenheit ihrer eigenen Lieder hätten sie sich auch vergraben können wie einst Ludwig XVI. in seinem Narzissmus, doch das tun sie gar nicht, sie spielen sie bloß nichts anders, sie spielen ihre Lieder einfach nicht anders, sondern setzen jeden Ton mit einer königlichen Intuition an die richtige Stelle. Skurrile Entscheidungen werden einfach getroffen, man spricht von einer Eingebung bei der Wahl des Albumtitels; das Cover war so eine Idee. Die Texte sind nicht wichtig, aber die Wörter sind es. Zwischen mit Arroganz lediglich verwandter Stylereleganz, die E-Gitarren und das (Indie-)Pop-Banddasein, sobald man Erfolg hat, schon alleine mitbringen, stellt das Quartett hier einfach so zehn Lieder auf, so unbewusst und angenehm unreflektiert wie auch unbewusst reflektierend, dazu passend der schnörkelnde wie hippe Gesang Thomas Mars'; es passt genau. Mit ihrer geballten scheinbar selbstverständlichen Unbewusstheit sind Phoenix so nah am Wesen des Pop, dass es beängstigend wirkt zu merken, wie selten das inzwischen der Fall ist.
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annett am 29.05.2009
spitzen album und zurecht mit einem roten flämmchen gesegnet. oh oui!