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The Horrors - Primary Colours
 
 

The HorrorsPrimary Colours

www.thehorrors.co.uk

VÖ: 02.05.2009 // XL Recordings

 

Während das erste Horrors Album "Strange House" noch tief Surf-Punk der 70er Jahre steckte, macht die Band mit ihrem neuen Album "Primary Colours" eine gewagte Kehrtwende, die ihnen erstaunlich gut gelingt. Die Synths sind in bester Joy Division Manier arrangiert, die Gitarre lärmt wie bei My Bloody Valentine. Es scheint als ob sich die Band auf der Suche nach einem neuen Sound mehr auf der eigenen Insel umgeschaut hat. Sind das wirklich die Horrors, die vor zwei Jahren mit kunstvollen Alias, ausladenden Frisuren, B-Movie-Inspiration und Campattitüde aus dem Londoner Bodensatz auftauchten und vom britischen NME in unnatürliche Sphären gehoben wurde (Liveberichterstattung vom Videodreh mit ganz viel Kunstblut). Auch das neue Werk wird vom NME - wie zu erwarten - positiv bedacht, allerdings wundert man sich. Und fragt ob das jetzt "Gothgaze" oder doch eher "Shoekraut" ist.

Produziert wurde das Album diesmal nicht von Yeah Yeah Yeah's Gitarrist Nick Zinner sondern von Goeff Barrow von Portishead. Der mag der Band auf dem langen Pfad der Selbstfindung unterstützend zur Seite gestanden haben. Das Ergebniss: Faris Badwan singt mit zunehmendem Selbstvertrauen anstatt zu schreien, der Gothsound wird zu Breitbandgitarrenwänden und die Band zu dem beeindruckendsten Makeover dieses Jahres.

Die musikalische Kehrtwende wird begleitet von einer visuellen. Das Albumcover ziert ein sehr verschwommenes Bandfoto, das restliche Booklet ist einfarbig und enthält vereinzelte Polaroids der Bandmitglieder. Die Stiefel und barocken Hemden hat man abgelegt und gegen eben ein unscharfes Rauschen getauscht - und das findet sich auch in der Musik wieder. "Do You Remember" läuft mit einer The Jesus & Mary Chain Gitarrenwand und einem selbstreflektiven Text über eine gescheiterte Beziehung auf, "Three Decades" hat einen hypnotischen Keyboardriff vor zu weisen und der Closer "Sea Within A Sea" - fast der beste Tracks des Albums - wechselt mindestens 4 mal das Tempo. The Horrors haben nicht nur ihren eigenen Hype überlebt, sie legen allen Neidern und Kritikern dieses Album vor die Füße, das sollte sie überzeugen.

ann-kathrin
 

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