Stórsveit Nix NoltesRoyal Family - Divorce
www.myspace.com/storsveitnixnoltes
VÖ: 17.04.2009 // fatcat Records

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VÖ: 17.04.2009 // fatcat Records
Seit dem letzten Eurovision Song Contest schwillt ein leichtes Aufatmen durch die Reihen. Der Balkan, die Balkan oder alle Balkanesen haben sich wieder lieb. Zumindest, wenn es nach der Punktevergabe geht. Ein bisschen Liebe, ein bisschen Freude schappte allem Anschein noch über den Polarkreis hinweg bis nach Reykjavik, Island. Dort machte man sich trotz diesjähriger Zweitplatzierung glücklicherweise recht wenig aus dem Eurodance-geschwängerten Ball der Peinlichkeiten.
Das Blondchen im bonbonfarbenen Kleidchen wurde samt geschwollener Popsülze brav gen Moskau entsandt, während die gefühlte 23 Mann-starke Instrumentalcombo Stórsveit Nix Noltes die Studenteclubs und schulischen Sporthallen an die Grenzen der irdischen Raumerfahrung trieb. Doch anstatt sich der Empfehlungen überwältigter Konzertbesucher anzunehmen und das Bandvolumen ein klitzkleines Bisschen zu reduzieren, wuchsen die Ungestümen zur Big Band heran. Ein lohnender Entschluss - in Island gehört man bereits zur musikalischen Oberklasse. Da schaut man wohlwollend über die gängigen Inzestrudimente hinweg, die in der recht kleinen musikalischen Landschaft Islands nun einmal nicht aussterben wollen.
Doch die Bulgarischen Volksweisen hören sich gelassen wenig nach Sigur Ros oder mum an. Das ist auch schlecht möglich, denn das Album basiert überwiegend auf Originaltonaufnahmen aus der Balkangegend, die von der Band transkribiert wurden. Für studierte Komponisten sicherlich machbar - für uns umso schöner, denn mit so viel wuchtiger Inbrunst und gleichzeitig professioneller Spannung können auch die Originale nicht schöner ausgestattet sein.
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